Region Brugg
Vater und Sohn streiten vor Bundesgericht um ein kleines Vermögen

Es geht um über 340'000 Franken: Ein Vater übergab seinem Sohn Bargeld und Wertschriften, um sie auf einem Konto zu deponieren. Der Vater hatte eine Vollmacht. Diese wurde ihm aber vom Sohn entzogen. Es kam zum Streit.

Philipp Zimmermann
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Beim Streit geht es um ein kleines Vermögen. (Symbolfoto)

Beim Streit geht es um ein kleines Vermögen. (Symbolfoto)

Keystone

Ein Vater übergibt im Dezember 2005 seinem Sohn 18 000 Franken Bargeld sowie Wertpapiere in Form von Aktien, um beides auf einem Konto zu deponieren. Er vertraut dem Sohn die Wertpapiere an, damit dieser sie sicher verwahrt, auf Rechnung und Gefahr des Vaters, aber auf den Namen des Sohnes. Drei Jahre später stehen sie erstmals vor Gericht und mit der grossen Frage: Wem gehören die Werte?

Der Sohn erteilt dem Vater eine Vollmacht über Konto und Depot, und dieser nutzt das auch oft, sodass sich Depot- und Kontostand laufend verändern. Schliesslich entzieht der Sohn dem Vater die Vollmacht im Oktober 2009 – also fast vier Jahre nach der Übertragung.

In der Folge müssen sich die Gerichte damit beschäftigen, wem das Geld gehört. Der Vater geht vor das Bezirksgericht Brugg: Er beantragt, dass der Sohn ihm rund 342 000 Franken zu zahlen hat. Das Bezirksgericht heisst die Klage gut, weil es nicht erwiesen gewesen sei, dass der Vater dem Sohn die Wertschriften und das Bargeld geschenkt hatte. Stattdessen hätten die zwei einen Hinterlegungsvertrag geschlossen.

Sohn muss Gerichtskosten tragen

Das Obergericht des Kantons Aargau lehnte schliesslich nicht nur die folgende Beschwerde ab, sondern auch eine Berufungsverhandlung samt Beweisanträge des Sohnes, der ein angebliches Darlehen hatte verrechnen wollen. Er habe diese zu spät geltend gemacht. Dieses Versäumnis in der nächsten Instanz nachzuholen, sei nicht möglich.

Nichtsdestotrotz beantragte der Sohn vor Bundesgericht, den Entscheid des Obergerichts aufzuheben und die Sache an dieses Gericht zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Doch das Bundesgericht hat sich nun der Argumentation des Obergerichts angeschlossen. Und es brummt dem Sohn erst noch die Gerichtskosten von 6500 Franken sowie eine Entschädigung an den Vater für das Bundesgerichtsverfahren in Höhe von 7500 Franken auf. Der Gang ans Bundesgericht hat sich für den Jüngeren also ganz und gar nicht gelohnt.

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