Dienstag, 22. Mai. Beim Start in Salerno erleben wir heute Morgen eine ganz besondere Stimmung. An den steilen Hängen der Amalfiküste hinter uns kleben grauschwarz die Regenwolken. Über die lange flache Küste der Piana del Sele vor uns treibt der Wind vom Meer her weisse und graue Wolken vor der fahlen Sonne durch. Wellen peitschen an die Molen der Lungomare. Der Wind bläst die Gischt wie Morgennebelfetzen über den ganzen Küstenstreifen. Die Luft schmeckt feucht und salzig. Über der Gegend liegt eine eigentümliche, fast melancholische «Herbst am Meer»-Stimmung. Faszinierend.

Apropos Gischt: Die Firma Aarios kann ihren Velos in ihren Prospekten nun ein weiteres Prädikat beifügen: salzsprühnebelgeprüft. Aber auch sonst sind uns die «Flitzer» aus Gretzenbach während den mittlerweile über 2000 zurückgelegten Kilometern nicht nur ans Herz, sondern buchstäblich auch an den Hintern gewachsen. Die Velos sind praktisch, stabil, wendig und vor allem ergonomisch perfekt. (Nein, das ist kein bezahltes Product Placement, sondern Mund zu Mund-Werbung aus Überzeugung).

Tempel: griechisch. Wetter: englisch.

Unser Tagesziel ist Paestum. Wir erreichen diese von den Griechen ca. 600 v. Ch. als Poseidonia erbaute Stadt mit ihren drei bis heute gut erhaltenen Tempeln gleichzeitig mit der ersten Regenfront. Wir «überdauern» diese in einer Pizzeria und schauen uns das riesige Ausgrabungsgeländeanschliessend an, bis uns der Regen wieder zurück in die Pizzeria treibt, wo wir unsere Habseligkeiten zwischenlagern durften. Die nächste Regenpause nutzen wir dann für die Weiterfahrt Richtung Cilento. In Agropoli kapitulieren wir vor den englischen Wetterkapriolen und flüchten ins nächste Hotel.

Einer der drei griechischen tepel von Paestum.

T38-Tempel

Einer der drei griechischen tepel von Paestum.

Am Donnerstag soll es schön und warm werden. Sagt der Wetterbericht. Wieder einmal.

Die Englandwettertour von heute: 47 km, 110 Hm.