Bezirk Brugg

Unterstützung für Vereine und Organisationen: Wo die Spenden der Gemeinden hinfliessen

Die Gemeinde Windisch (links) spricht pro Jahr 4000 Franken verschiedenen Organisationen oder Vereinen zu.

Die Gemeinde Windisch (links) spricht pro Jahr 4000 Franken verschiedenen Organisationen oder Vereinen zu.

Die Gemeinde Windisch spendet jedes Jahr 4000 Franken für wohltätige Zwecke. Brugg, Birr und Hausen handhaben dies anders.

1000 Franken hat der Gemeinderat Windisch der Organisation «Nosotras Aargau» zugesprochen.

Hintergrund: Die Gründerin des Vereins ist Ligia Vogt, SP-Einwohnerrätin in Windisch, die Anfang Jahr zur Heldin des Alltags nominiert wurde und am Ende den zweiten Platz belegte. Dass die Gemeinde Windisch Organisationen finanziell unterstützt, die dazu noch einen lokalen Bezug haben, ist nicht ungewöhnlich.

4000 Franken werden pro Jahr so verschiedenen Organisationen oder Vereinen zugesprochen. Wichtig ist dabei, dass Projekte unterstützt werden, «die uns persönlich bekannt sind», wie Gemeindepräsidentin Heidi Ammon sagt. «Also keine grossen Organisationen.»

Gemeindeschreiber Stefan Wagner ergänzt: «Die Gemeinde will Organisationen unterstützen, wo sie 100 Prozent sicher ist, dass das Geld auch tatsächlich vor Ort und nicht für andere Zwecke wie Werbung oder Ähnlichem eingesetzt wird.» Zu den Begünstigten zählen unter anderem die Hilfswerke von Margrit Fuchs und Silvia Haug.

Auch andere Gemeinden unterstützen wohltätige Organisationen. In Hausen gibt es zwar kein separates Kässeli für solche Zuwendungen, dafür wird jeweils im Budget ein Betrag zurückgestellt.

Der Ressortvorsteher kann dann, wenn Anfragen von Vereinen oder Organisationen reinflattern, im Rahmen des Budgets entscheiden, wie viel Geld zugesprochen wird. «Meistens sind es zwischen 50 und 200 Franken, die wir sprechen», sagt Michèle Keller, Gemeindeschreiberin in Hausen. Der verfügbare Betrag variiere von Jahr zu Jahr.

Hausen unterstützt Behinderte

Die Gemeinde Hausen unterstützt aber auch mithilfe eines Fonds aus einem Legat Institutionen für Behinderte. Im Jahr 2002 wurde der Gemeinde Hausen ein Geldbetrag aus der Erbschaft von Werner Widmer-Frischknecht (mit Heimatort Hausen AG, wohnhaft gewesen in Herisau) zugesprochen.

«Der Verwendungszweck wurde eingeschränkt für behinderte Kinder, die in finanzielle Not geraten sind», heisst es in der Dorfzeitschrift «Hausen aktuell». «Der Gemeinderat hat mit Beschluss vom 27. Mai 2013 den Verwendungszweck des Fonds dahingehend erweitert, dass der Betrag ebenfalls zur Entlastung von Eltern von behinderten Kindern eingesetzt werden kann.» Wer von diesem Fonds Gebrauch machen möchte, kann dem Gemeinderat Hausen ein entsprechendes begründetes Gesuch einreichen.

Im Jahr 2018 wurden folgende Institutionen unterstützt: Stiftung Kind und Familie KiFa Schweiz (Zofingen); Rettungsanker SRK, Elternentlastung bei der Betreuung (Bern); Stiftung Brühlgut, Kita für behinderte Kinder (Winterthur); HiKi, Hilfe für hirnverletzte Kinder (Zürich); Verein Trittbrett, Betreuung behinderte Kinder (Aarau); Sternschnuppe, erfüllt Wünsche behinderter Kinder (Zürich), Stiftung Wunderlampe, erfüllt Wünsche behinderter Kinder (Winterthur). Ebenfalls unterstützt die Gemeinde Hausen jährlich die Patenschaft Berghilfe mit 2000 Franken.

In Birr spenden die Angestellten

Die Stadt Brugg handhabt es ähnlich wie die Gemeinde Hausen. «Wenn Anfragen von Organisationen kommen, nehmen wir diese entgegen und prüfen allfällige Beiträge im Rahmen der Budgetphase», sagt Stefan Huber, Leiter Finanzen. «Konkret für Entwicklungshilfe ist kein fixer Betrag im Budget eingestellt.»

Nochmals anders sieht es bei der Gemeinde Birr aus. «Die Gemeinde Birr hat kein solches Kässeli», sagt Gemeindeschreiber Alexander Klauz. «In den letzten fünf Jahren wurden keine finanziellen Unterstützungen geleistet. Dies war aufgrund der angespannten Finanzlage leider nicht möglich.»

Allerdings habe die Gemeinde vor rund drei Jahren anlässlich eines Teamevents mit dem Verwaltungspersonal den Sanitätsposten der ehemaligen Zivilschutzanlage geräumt und sämtliches Mobiliar in die Ukraine gespendet.

«Weiter kommt es immer wieder vor, dass unser Personal für eine Sammelaktion zusammenlegt. Beispielsweise Weihnachtsgeschenke für Kinder, Spenden bei humanitären Notlagen und Naturkatastrophen», so Klauz.

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