Schinznach-Bad

Unterführung für Wildtiere kostet fast 8 Millionen Franken

Der unterbrochene Korridor in Schinznach-Bad wird für 7,6 Millionen Franken wieder passierbar gemacht.

Die Kantonsstrasse und die SBB-Linie zwischen Brugg und dem Ortsteil Schinznach-Bad kann von Wildtieren derzeit nicht gequert werden. Das soll sich nun ändern, wie einer Medienmitteilung des Kantons zu entnehmen ist. Der unterbrochene Wildtierkorridor soll passierbar gemacht werden.

Der Kanton plant in Brugg den Bau einer Wildtierunterführung, die unter der Kantonsstrasse und der parallel dazu verlaufenden SBB-Strecke hindurch führt. Der Regierungsrat hat das Projekt und den entsprechenden Verpflichtungskredit von 7,6 Millionen Franken genehmigt. Der Baubeginn ist für 2021 geplant, die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2021. Da sich das Vorhaben vollständig im Ausserortsbereich befindet, gehen die gesamten Kosten zu Lasten des Kantons, die betroffenen Gemeinden müssen keine Beiträge leisten. Die Bauarbeiten sind zeitlich abgestimmt mit Bauarbeiten der SBB auf der Bahnstrecke zwischen Brugg und Schinznach-Bad, die im Juli 2021 vorgesehen sind.

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Ein kantonal bedeutender Korridor

Im Entwicklungsleitbild 2013 bis 2022 hält die Regierung fest: «Sowohl die Grösse wie die Vernetzung der naturnahen Flächen und Gewässer gilt es als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu bewahren.» Der als kantonal bedeutend eingestufte Wildtierkorridor «Schinznach-Bad» wurde im Richtplan eingetragen. Das überregional wichtige Vernetzungssystem zwischen Jura, Chestenberg und Reusstal ist aktuell durch die Kantonsstrasse und die Bahnlinie unterbrochen.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt plant den Bau einer 28 Meter langen, 10 Meter breiten und 4 Meter hohen Wildtierunterführung in Brugg. Sie ermöglicht Wildtieren eine sichere Verbindung und verbessert die Vernetzung zwischen der Ebene Wallbach und Schinznach-Dorf auf der Westseite über die Aare bis zum Hölzliberg beim Habsburgerwald auf der Ostseite. «Die Wildtierunterführung ist so dimensioniert, dass nicht nur kleine und mittelgrosse Wildtiere sie benutzen können, sondern auch Rothirsche, die im Raum Habsburg/Schinznach-Bad seit 2016 vermehrt gesichtet werden», schreibt der Kanton.

Auf die Nachfrage der AZ, warum die Unterführung nicht während der Strassensanierung realisiert wurde, sagt Projektleiter Martin Strübi: «Die Wildtierunterführung konnte man aufgrund der unterschiedlichen Zeit für die Bewilligungen nicht miteinander ausführen. Sie muss durch die SBB ebenfalls in einem Zustimmungsverfahren und einer sicherheitstechnischen Prüfung sowie durch einen externen Prüfingenieur genehmigt werden.»

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