Windisch
Unterdorfmarkt: Fast wie am Markt im italienischen Luino

In Windisch gab es auf dem Markt allerlei kleine Köstlichkeiten, Spielwaren und Handwerkskunst zu entdecken. Zum Essen gabs feines Risotto nach tessiner Art. Der Unterdorfmarkt zog die Marktbesucher in Scharen an.

Irene Hung-König
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An den Marktständen gab es selbst gemachte Konfitüre zu kaufen. ihk

An den Marktständen gab es selbst gemachte Konfitüre zu kaufen. ihk

Aargauer Zeitung

Hier Apfelwähe naschen, dort Safran, Koriander oder Chilli schnuppern. Der Unterdorfmarkt schlängelt sich auf der Ländestrasse bis zur Reuss hinunter, wo der Quartierverein sein Pilzrisotto anbietet. Kinder begutachten Spielzeugautos, Bücher oder Puzzles. Die Eltern planen weiter und tragen gebrauchte Skis nach Hause.

Bei hochsommerlichen Temperaturen wähnt man sich fast am Markt im italienischen Luino, denn auch in Windisch werden hochwertige Lederwaren wie Portemonnaies, Taschen und Schuhe angeboten. Jugendliche verkaufen ihre Spielsachen, so den riesigen Radiorekorder, auch Ghettoblaster genannt, und geben den sechsjährigen Jungen gleich Tipps: «Hier ist die Lautstärke, damit kannst du dein Mami ärgern.»

Puppenkleider in allen Farben

Selbst gemachte Konfitüren und Honiggläser sind liebevoll auf den Tischen drapiert. Ein Kräutergärtli macht Lust auf Selberanpflanzen. Gestrickte Pullover, Bettsocken und Chriesisteisäckli kündigen die kältere Jahreszeit an. Olga Weibel steht hinter ihrem Tisch, der mit gestrickten Puppenkleidern, Finkli und Mützen in Orange, Gelb, Grün oder Rot belegt ist. «Wenn keine Fasnacht ist, dann stricke ich», lacht sie. Sie stellt ihre Sachen zum ersten Mal aus.

Was sie mit dem Erlös der verkauften Sachen anstellen wollen, wissen die Erst- bis Fünftklässler des Dorfschulhauses schon: «Wir werden ins Kino gehen.» Zuvor müssen sie ihre Taschen mit Windischer und Brugger Sujets sowie die mit witzigen Köpfen verzierten Bleistifte verkaufen. Eine Lernstunde in Mathematik und Werbung in eigener Sache für die Schülerinnen und Schüler.

Im Beizli des Quartiervereins sind alle Plätze besetzt. Rolf und Roger stehen am grossen Kessel mit dem Pilzrisotto und rühren mit den Kellen in der verführerisch duftenden Masse. «Das ist ein Tessiner Rezept, bleibt aber geheim», lacht Rolf. «Wir haben 100 Portionen vorbereitet, ein Erfahrungswert», sagt Rolf und schöpft Risotto auf den Teller. Ein solcher Markt macht eben hungrig.