Brugg

Unruhe an Berufsfachschule: Kanton stellt Rektor-Stellvertreter frei

Die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales Brugg (BFGS) an der Baslerstrasse.

An der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Brugg ist einiges im Umbruch. Nicht nur die Umsetzung kantonaler Reformen steht an, auch ein interner Vertrauensbruch sorgt für Unruhe.

Mit 2561 Lernenden in den beiden Fachrichtungen Gesundheit und Betreuung sowie 119 Lehrpersonen ist die kantonale Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) in Brugg eine der grössten Bildungsinstitution im Kanton Aargau. Aktuell ist aber einiges im Umbruch. An der Schule rumort es.

Das hat einerseits damit zu tun, dass das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) Anfang März bekannt gab, welche Reform für die BFGS vorgesehen ist. So sind neben dem Hauptsitz in Brugg ab dem Schuljahr 2020/21 zwei neue Aussenstandorte in Lenzburg (Fachangestellte Betreuung) und Rheinfelden (Fachangestellte Gesundheit) vorgesehen. Wie die Umsetzung genau erfolgen soll, ist derzeit noch alles andere als klar.

Andererseits wurde erst jetzt bekannt, dass der Rektor-Stellvertreter, der an der Berufsmaturitätsschule auch Deutsch und Französisch unterrichtet hatte, die BFGS mitten im Schuljahr verlassen musste. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagt BKS-Sprecherin Simone Strub Larcher: «Das Anstellungsverhältnis wurde aufgrund divergierender Vorstellungen über Werte, Führung und Kommunikation sowie eines damit einhergehenden unüberwindlichen Bruchs des Vertrauensverhältnisses in der Schulleitung BFGS Mitte April im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.» Im Übrigen sei zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart worden.

Führte eine Beziehung zum Bruch?

Es ist nicht zum ersten Mal, dass es seit dem Stellenantritt von Rektor Felix Scheidegger vor bald fünf Jahren zu Wechseln in der Schulleitung gekommen ist. Doch warum musste der Rektor-Stellvertreter auch als Lehrer sofort gehen und konnte nicht noch bis zum Ende des Schuljahrs weiterunterrichten? Wie lange wird ihm der Lohn noch bezahlt? Stimmt es, wie die Zeitung von mehreren Seiten gehört hat, dass eine Beziehung zu einer BFGS-Lehrerin schliesslich zur sofortigen Freistellung geführt hat? Zu diesen Fragen gibt die BKS-Sprecherin keine Antwort und verweist auf das vereinbarte Stillschweigen. In den Leitsätzen der BFGS heisst es zwar «Wir gehen mit unseren Ressourcen verantwortungsbewusst und sorgsam um». Der freigestellte Rektor-Stellvertreter dürfte aber noch während einiger Monate seinen Lohn beziehen.

Die Schulleitung der BFGS, an der die Frauen sowohl bei den Lernenden als auch bei den Lehrpersonen drei Viertel ausmachen, war bis April von drei Männern besetzt: Rektor, Rektor-Stellvertreter und Konrektor. Warum ist die vakante Rektor-Stellvertreter-Stelle noch nicht ausgeschrieben? Steht eine Reorganisation in der Schulleitung an? Auch der Bereich Finanzen ist momentan vakant. Warum?

Die BKS-Sprecherin will zuerst auch diese Fragen nicht beantworten. Erst auf ein Nachbohren sagt sie: «Dass die Rektor-Stellvertreter-Stelle zurzeit noch nicht ausgeschrieben ist, hängt mit dem Reformmodul Berufsfachschulen zusammen.» Wie oben erwähnt, stehen für die BFGS zusätzliche Standorte in Rheinfelden und Lenzburg zur Diskussion. «Das Stellenprofil wird mit Blick auf diese anstehende Veränderung für die BFGS nochmals überprüft und allenfalls angepasst», sagt Strub diplomatisch. Die Stelle im Finanzbereich sei vakant, weil der bisherige Stelleninhaber gekündigt habe.

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