Unfall Remigen

Unfall eines Lernfahrers: Dem Vater droht nun der Ausweisentzug

Nach dem Selbstunfall am Samstag in Remigen bei Brugg eines Lernfahrers könnte auch der Beifahrer schuld sein. Der 18-jährige Schweizer war mit seinem Vater und Bruder unterwegs.

Er fuhr um 15.45 Uhr von Remigen in Richtung Mönthal, als der Citroën ausgangs Dorf mit den Rädern in den Strassengraben geriet, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilt. Dadurch verlor der Lernfahrer die Herrschaft über das Auto. Dieses fuhr die Böschung hoch, kippte seitlich weg und landete schliesslich auf dem Dach.

Der 57-jährige Vater des Lenkers, der sich auf dem Beifahrersitz befand, zog sich eine Schramme am Kopf zu. Er wurde vorsorglich im Spital behandelt. Der Lenker selber und der Bruder auf dem Rücksitz blieben unverletzt. Am Auto entstand Totalschaden.

Lernfahrer machen wenig Unfälle

Unfälle von Lernfahrenden werden beim Aargauer Strassenverkehrsamt nicht erfasst, nur die daraus resultierenden Administrativmassnahmen. «Der Prozentsatz solcher Unfälle ist aber sehr klein», ist sich Johannes Michael Baer, Chef des Strassenverkehrsamts, sicher. Das bestätigt Polizeisprecher Bernhard Graser. Er kann sich an keine ähnlichen Vorkommnisse erinnern. «Dieser Lernfahrer hatte einfach Pech, dass der Unfall heftiger als andere ausfiel.»

Laut Graser passieren Fahrfehler von Lernenden wohl häufiger, aber meistens würde sich das nur in kleineren Schäden auswirken, zu denen die Polizei nicht aufgeboten werde. So ein Unfall hätte jedem Lernfahrer passieren können, ist Graser überzeugt. «Wir haben dem Fahrer den Lernfahrausweis nicht entzogen, denn es handelt sich hier um keine grobe Verkehrsverletzung.» Der Unfallfahrer sei ja mit diesem Vorfall eigentlich schon genügend bestraft, so Graser. Doch letztlich entscheide das Strassenverkehrsamt, was mit dem Ausweis des Lernfahrers und dem seines Vaters passiert.

Baer kann in diesem Fall noch nicht sagen, welche Konsequenzen es für die Beteiligten haben wird. «Jeder Fall wird individuell betrachtet und dann die Massnahme getroffen», erklärt Baer. So droht sowohl dem Lernenden wie auch seinem Vater der Ausweisentzug.

Beifahrer muss Erfahrung haben

«Bei möglichen Ausweisentzügen wird jeweils sowohl die Gefährdung wie auch das Verschulden der Involvierten betrachtet», erklärt Martin Bruder, Leiter Sektion Massnahmen des Strassenverkehrsamts.

So werde beispielsweise einem betrunkenen Fahrer ein schweres Verschulden angelastet und er werde härter bestraft. «Wenn jemand unaufmerksam ist, gefährdet er zwar den Verkehr, sein Verschulden ist aber oftmals kleiner. So erwartet diesen auch eine geringere Administrativmassnahme, sprich ein kürzerer Führerausweisentzug oder gar nur eine Verwarnung», so Bruder. Der Beifahrer übernimmt bei der Begleitung eines Lernfahrenden eine grosse Verantwortung.

Deshalb wurde auf 1. Januar 2013 ein weiterer Zusatz im Gesetz verankert: «Der Beifahrer muss nicht nur mindestens seit drei Jahren den Fahrausweis besitzen und 23 Jahre alt sein. Er darf neu zusätzlich keinen Führerausweis auf Probe besitzen», sagt Bruder. Unter anderem wolle man so verhindern, dass junge Fahrer mit ihren Kollegen mit schnellen Autos unterwegs seien.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1