Brugg
Und wieder gehts ans Eingemachte

Für den Ausgleich des Budgets 2011 muss Brugg aufs Eigenkapital zurückgegriffen. Das war zwar schon für den Voranschlag 2010 nötig. Allerdings musste jetzt wesentlich stärker aufs Eingemachte zurückgegriffen werden als vor einem Jahr.

Louis Probst
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Atlstadt von Brugg

Atlstadt von Brugg

Der Stadtrat ist der Meinung, dass das Budget einen noch gesunden, aber doch sehr angespannten Finanzhaushalt darstellt. Die neuen, nicht beeinflussbaren Belastungen verunmöglichen es, trotz der steigenden Steuereinnahmen ein ausgeglichenes Budget vorzulegen.» - So weit der Brugger Stadtrat zum Voranschlag der Einwohnergemeinde für das kommende Jahr.

Doch noch ins Lot gebracht werden konnte das Budget - das einen Umsatz von rund 53,1 Millionen Franken vorsieht - durch einen Rückgriff auf das Eigenkapital. Das war zwar schon für den Voranschlag 2010 nötig. Allerdings musste jetzt wesentlich stärker aufs Eingemachte zurückgegriffen werden als vor einem Jahr. Waren damals rund 2,7 Millionen Franken für den Ausgleich erforderlich, sind es diesmal bereits gut 4,32 Millionen Franken.

Steuerfuss bleibt bei 95 Prozent

Der Stadtrat macht auch keine grosse Hoffnungen: «Die Zukunftsperspektiven lassen leider keine Trendwende erkennen», stellt er betrübt fest. «Es wird notwendig sein, die Auswirkungen dieser Entwicklung für unseren Finanzhaushalt genau zu beobachten.» Immerhin hat der Stadtrat beschlossen, von einer Erhöhung des Steuerfusses für das Jahr 2011 abzusehen. Er wird aber, wie er sagt, in den nächsten Monaten ein Massnahmenbündel zur nachhaltigen Verbesserung der finanziellen Situation festlegen.

Aber vielleicht kommt am Ende doch nicht alles ganz so schlimm, wie das aufgrund des Budgets befürchtet werden könnte. Der Rechnungsabschluss 2009 jedenfalls zeigt auf, dass am Ende ein Ertragsüberschuss von 2,795 Millionen Franken eingefahren werden konnte, der sich ziemlich genau im Rahmen des seinerzeitigen Rückgriffes bewegt.
Kaum beeinflussbare Aufwände

Mit rund 28,814 Millionen Franken liegt der Nettoaufwand des Voranschlags 2011 um knapp 10,5 Prozent über dem Wert des Budgets für das laufende Jahr. «Ausschlaggebend für die Aufwandsteigerung sind höhere und häufig nicht beeinflussbare Aufwände», stellt der Stadtrat fest. Er weist dabei vor allem auf den Beitrag an den Kanton für die Pflegefinanzierung hin, der erstmals anfällt und gleich mit 824 000 Franken zu Buche schlägt, aber auch auf die erneut höheren Kosten der Heimfinanzierung.

Tiefer in die Kasse gegriffen werden muss aber auch für die Spitex. Budgetiert ist ein Beitrag von 600 000 Franken - 150 000 Franken mehr als für das laufende Jahr. Der Grund liegt zum einen in der steigenden Nachfrage nach Spitex-Leistungen und zum andern darin, dass das Eigenkapital des Spitex-Vereins inzwischen weitgehend aufgebraucht ist.

«Wachstum» der weniger erfreulichen Art zeigt sich auch bei der Abteilung Allgemeine Verwaltung. Dort werden vor allem höhere Aufwendungen für den Unterhalt von Verwaltungsliegenschaften erwartet. Höhere Aufwendungen - für den Unterhalt von Strassen - machen sich auch auf der Ausgabenseite der Abteilung Verkehr bemerkbar. Mit einem Nettoaufwand von gut 4,5 Millionen Franken schlägt die Abteilung Verkehr übrigens wesentlich stärker zu Buch als die Soziale Sicherheit, für die ein Nettoaufwand von rund 2,4 Millionen Franken erwartet wird.

Hoffen auf steigende Steuererträge

Erfreulicher sieht es auf der Einnahmenseite aus. Aufgrund der insgesamt positiveren Aussichten der Wirtschaft geht das Budget von Steuereinnahmen von 26,6 Millionen Franken aus - 900 000 Franken mehr, als für das laufende Jahr erwartet werden. Mit 1,9 Millionen Franken sind zudem die Erträge an Zinsen für langfristige Finanzanlagen in den Voranschlag eingesetzt. Immerhin werden in der Bilanz 2009 der Stadt Brugg Vermögenswerte in der Höhe von rund 35 Millionen Franken ausgewiesen, die auf einen ersten flüchtigen Blick als Finanzanlagen betrachtet werden könnten.