In der letzten Ausgabe der «Schweiz am Wochenende» kamen Kritiker zu Wort, die sich daran störten, dass in Windisch drei Kinder vom kleinen Kindergarten am Donnerstagvormittag in den Unterricht dürfen, der ausschliesslich für ältere ist. Der Titel «Werden Kinder von SPlern privilegiert?» dieses Beitrags sei irreführend und entspreche nicht den Tatsachen, teilen Gemeinderat und Schulpflege Windisch in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

Die Behörden erklären nun, wie es zu dieser Ausnahme gekommen ist: Beim Einrichten der Tagesstrukturen in Windisch ist man offenbar davon ausgegangen, dass alle Kinder, vom Kindergarten bis zur 6. Klasse, Unterricht in Blockzeiten von 8.15 bis 11.45 Uhr haben und deshalb in diesen Zeiten keine Betreuung im Rahmen der Tagesstrukturen geplant werden muss.

Fünfjährige gingen vergessen

«Zu spät wurde erkannt, dass die fünfjährigen Kinder am Donnerstagvormittag keinen Unterricht in Blockzeiten haben und eine Lösung für diese Kinder gefunden werden muss», halten die Behörden fest. Ein nachträglich eingerichtetes Angebot für diesen Vormittag hätte allerdings nur durchgeführt werden können, wenn mindestens sechs Kinder angemeldet worden wären.

«Da nur drei Familien ein Gesuch gestellt hatten, musste eine andere Lösung gefunden werden», schreiben Gemeinderat und Schulpflege weiter. Der Schulleiter bot in Absprache mit der Kindergartenlehrerin an, dass die drei Kinder am Donnerstagvormittag ausnahmsweise am Unterricht mit den grösseren Kindern teilnehmen können.

Für die Kinder sei das eine gute Lösung, so die Behörden, weil sie auch an allen anderen Vormittagen gemeinsam unterrichtet werden. Zudem entspreche dies dem rechtlichen Rahmen, den der Kanton vorgibt.

Das Vorgehen in diesem Fall sei das Gleiche wie immer gewesen: Wenn Eltern Gesuche an die Schulleitung stellen, sucht der Schulleiter zusammen mit allen Beteiligten nach guten Lösungen. Dabei steht das Wohl des Kinds immer im Zentrum. Nur wenn keine Einigung möglich ist, kommt die Schulpflege als Rekursinstanz ins Spiel. Einen Rekurs habe es im Zusammenhang mit den Tagesstrukturen aber nicht gegeben.

Da im ersten Kindergartenjahr gemäss Lehrplan eine Unterrichtszeit von 18 bis 22 Lektionen pro Woche gilt, verfügt die Schule vor Ort laut Kanton hier über einen Handlungsspielraum.