Es ist eng in den Archiven in Brugg. «Die Dokumente und Bilder lagern an unterschiedlichen Standorten und teilweise unter schlechten klimatischen Bedingungen», hält der Stadtrat fest. Dem Einwohnerrat wird ein Kredit beantragt von 385 000 Franken für die Umsetzung des Archivkonzepts.

Heute wird das Zimmermannhaus – unter anderem – genutzt als Stadtarchiv. Allerdings seien die Räumlichkeiten nicht benutzerfreundlich eingerichtet, führt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat aus. Unterlagen sind ebenfalls untergebracht im Aussenmagazin Langmatt: Stadtarchiv, Regionales Zivilstandsamt, Galerie Zimmermannhaus und Stadtmuseum.

Bewirtschaftung ist zeitintensiv

Die Klima-Situation im Aussenmagazin-Kellerraum sei problematisch, die kleine, alte Rollgestellanlage und die massiven Regale seien sehr unzweckmässig, so die Behörde. Kurz: Die Bewirtschaftung sei umständlich und zeitintensiv. Mit der Erarbeitung eines Archivkonzepts wurde die Docuteam GmbH mit Sitz in Baden-Dättwil beauftragt. Diese schlägt vor, wie die betrieblichen und organisatorischen Probleme gelöst und die Lagerräumlichkeiten entflochten werden können.

Vertiefte Abklärungen zeigen, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat, dass mit der Schaffung eines zusätzlichen Archivstandorts und einem geeigneten Ausbau in der ehemaligen Bereitschaftsanlage (BSA) Langmatt die Raumknappheit des Stadtarchivs beseitigt werden kann. Vorgesehen ist in der BSA Langmatt die Alleinbenutzung durch das Stadtarchiv. Im Aussenmagazin Langmatt dagegen wird die alleinige Nutzung durch das Regionale Zivilstandsamt angestrebt. Die Archivräume im Zimmermannhaus schliesslich sollen nur noch durch die Galerie Zimmermannhaus sowie das Stadtmuseum zur Einlagerung von Bildwerken genutzt werden.

An den einzelnen Standorten sind bauliche Massnahmen vorgesehen, um das Lagergut ordnungsgemäss zu archivieren. «Weiter sollen geeignete Klimageräte und Heizungsanlagen die erforderlichen klimatischen Bedingungen garantieren», führt der Stadtrat aus.

Aufschub ist nicht möglich

Die Gesamtkosten von voraussichtlich 385 000 Franken setzen sich aus den notwendigen baulichen Massnahmen zusammen sowie den Kosten für die neuen Lagereinrichtungen. Der Aufwand für das Zügeln und ordentliche Archivieren des Lagerguts basiert laut Behörde auf einer vorsichtigen Schätzung. Die gesamten zusätzlichen Unterhalts- und Betriebskosten müssten mit rund 6000 Franken pro Jahr berücksichtigt werden.

Die baulichen Massnahmen, ist der Stadtrat überzeugt, «sind nachhaltig und die Bedingungen für die Bewirtschaftung können wesentlich verbessert werden». Eine Umsetzung des Projekts – diese erfolgt in drei Etappen – ist gemäss Behörde im Jahr 2019 nötig, damit der notwendige Archivraum auch für die Akten der Gemeinde Schinznach-Bad auf den Fusionszeitpunkt zur Verfügung steht. Einen Aufschub bis zur Realisierung einer neuen, zentralisierten Verwaltung «lassen die sehr unterschiedlichen Terminhorizonte nicht zu».

Einwohnerrat Freitag, 19. Oktober, und eventuell Freitag, 26. Oktober, jeweils 19.30 Uhr, Rathaussaal.