Bezirkswechsel
Umfrage zeigt klar auf: Die Mandacher wären lieber Zurzibieter

Laut einer Umfrage der Fachhochschule Nordwestschweiz würden 53 Prozent der Mandacher einem Bezirkswechsel von Brugg zu Zurzach zustimmen.

Andreas Fretz
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Umgeben von Hügeln des Tafeljuras ist das Dorf Mandach von Brugg abgeschnitten. Einzig Richtung Zurzibiet öffnet sich das Tal.

Umgeben von Hügeln des Tafeljuras ist das Dorf Mandach von Brugg abgeschnitten. Einzig Richtung Zurzibiet öffnet sich das Tal.

Aargauer Zeitung

Seitdem das Projekt Rheintal+ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, beherrscht die Fusions-Thematik den Bezirk Zurzach. Die zehn Gemeinden, die mit dem Zusammenschluss liebäugeln, wollen der Region mehr Gewicht verleihen.

Denn oft hört man im Zurzibiet die wehmütige Klage, man sei bloss noch eine Randregion. Doch ganz so unattraktiv kann der Bezirk mit seinen insgesamt 22 Gemeinden nicht sein. Zumindest fühlt sich Mandach aus dem Bezirk Brugg stark zum Nachbarn hingezogen.

Eine Umfrage der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) bringt Erstaunliches zutage. Auf die Frage «Würden Sie einem Bezirkswechsel zum Bezirk Zurzach zustimmen?» antworteten 53 Prozent mit Ja. 109 Mandacher ab 16 Jahren haben sich an der Umfrage beteiligt, was einer Rücklaufquote von guten 41 Prozent entspricht.

Falsche Wahlwerbung in der Post

Mandachs Ammann Lukas Erne erstaunen die Resultate nicht unbedingt. Vor allem die geografische Lage sei dafür verantwortlich. Umgeben von Hügeln, sei das 317-Seelen-Dorf von Brugg abgeschnitten.

Einzig Richtung Zurzibiet öffnet sich das Tal. Der öffentliche Verkehr fährt denn auch nach Leuggern und Döttingen. Wer nach Brugg will, muss dies via Bezirk Zurzach tun. Die Oberstufenschüler gehen nach Leuggern, Leibstadt und Kleindöttingen.

Auch auf anderen Gebieten, wie etwa der Kläranlage, arbeitet Mandach mit Leuggern zusammen. Und nicht zuletzt hat sich das Dorf dem Gemeindeverband ZurzibietRegio angeschlossen – und nicht etwa BruggRegio.

«Als Mandacher kennt man das Zurzibiet und seine Einwohner eigentlich besser als die Brugger», sagt Erne und fügt an: «Vor der Grossratswahl landete in unseren Briefkästen wiederholt Wahlwerbung von Zurzacher Kandidaten, obwohl wir sie gar nicht wählen dürfen.»

In der Umfrage wurden die Mandacher auch gefragt, ob sie sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Gemeindefusion vorstellen könnten. 31 Prozent sagten «Ja, mit einer Nachbargemeinde», 23 Prozent «Ja, eine regionale Lösung» und 47 Prozent antworteten mit «Nein».

Bei der Frage «Falls eine Fusion mit einer Nachbargemeinde in Frage kommt, dann am ehesten mit ...» schwang Leuggern mit 68 Prozent klar obenauf.

Obwohl Ammann Erne sagt, dass eine Fusion kein dringliches Thema sei, freut sich sein Leuggemer Kollege Stefan Widmer über das klare Verdikt. «Leuggern ist halt eine sehr gute und attraktive Gemeinde», sagt er mit einem Lachen.

Auch er führt die Verbundenheit auf die enge Verflechtung zurück und sagt: «Sollte Mandach tatsächlich eine Fusion anstreben, wäre das ein Thema, womit wir uns ernsthaft befassen würden.»

Allerdings würde Leuggern kaum zum Bezirk Brugg wechseln wollen. Aber den Mandachern käme das ja bekanntlich entgegen. Der Bezirk Brugg hat übrigens bereits im Jahr 2010 durch die Fusion von Hottwil zu Mettauertal eine Gemeinde an den Bezirk Laufenburg verloren.

Was nun mit den Resultaten aus der Umfrage geschieht, ist laut Erne noch offen. Im März gibt es einen Workshop des Gemeinderats, in dem unter anderem auch die Ergebnisse besprochen werden. An der kommenden Sommergmeind werde die Bevölkerung informiert.

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