Coronavirus
Um den Brugger Umweltsündern Einhalt zu gebieten: Masken-Wegwerfen kostet 300 Franken

Vermehrt liegen Masken am Boden, in Mitleidenschaft gezogen wird nicht nur die Natur.

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Achtlos weggeworfene Hygienemasken gehören seit der eingeführten Maskenpflicht zum Alltagsbild.

Achtlos weggeworfene Hygienemasken gehören seit der eingeführten Maskenpflicht zum Alltagsbild.

Keystone

Das Bild von Masken, die am Boden herumliegen, gehört mittlerweile leider zum Alltag am Brugger Neumarktplatz. Die Maskenpflicht trägt zwar zur Eindämmung des Coronavirus ein, allerdings hat sie sichtbar negative Folgen. Getragene Hygienemasken werden oftmals achtlos weggeworfen. Das schadet nicht nur der Natur: Diejenigen, die diese Masken dann entfernen müssen, werden einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Nicht umsonst herrscht die Devise, Schutzmasken ordnungsgemäss in einem geschlossenen Mülleimer zu entsorgen.

Die Einen werfen Masken weg, Andere räumen auf

Menschen, die zu diesen Abfallsündern gehören, bilden jedoch nur einen kleinen Teil der Gesellschaft. «Das sind diese berühmten 1 bis 2% der Menschen, die dafür verantwortlich sind», meint Roger Brogli, Abteilungsleiter des Werkhofs Brugg. «Es gibt Menschen, die ihre Masken direkt an der Bushaltestelle nach dem Aussteigen loswerden wollen. Statt nochmals zehn Meter zum nächsten Mülleimer zu laufen, werfen sie die Maske einfach auf den Boden. Bisher mussten wir die Reinigung in der Stadt nicht anpassen. Aber es fällt schon auf, dass seit der Maskenpflicht deutlich mehr Masken herumliegen.» Die Mitarbeiter des Werkhofs seien zwar durch Handschuhe geschützt, erzählt Brogli. «Aber normalerweise hebe ich auch mal Abfall auf, wenn ich privat unterwegs bin. Bei den Masken mache ich das aber nicht, da ist es mir wegen des Ansteckungsrisikos zu diffus.»

Wer beim Wegwerfen einer Maske erwischt wird, kann gebüsst werden. «Wird eine Maske weggeworfen, handelt es sich dabei um Littering. Die Ordnungsbusse dafür beträgt im Aargau 300 Franken», stellt der Brugger Polizeichef Andreas Lüscher klar. Eine Statistik zur Häufigkeit solcher Fälle gebe es aber keine, sagt er. Auch die SBB machen keine Erhebungen zur neuen Abfallproblematik. Wie sich die Maskenpflicht auf den Reinigungsaufwand an den Bahnhöfen auswirkt, kann deshalb nicht abgefragt werden.

Im Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg (BWZ) wurden bisher keine erhöhten Abfallmengen festgestellt, teilt Rektor Alex Simmen mit. Auch mit Littering gäbe es bisher keine Probleme. «Das BWZ verzichtet bewusst auf Bussen bezüglich der Maskenpflicht. Wir wollen die aussergewöhnliche Situation nicht noch zusätzlich belasten. Es hat sich gezeigt, dass die Lernenden sich gut an die Regeln halten und Bussen auch nicht notwendig sind», führt Simmen aus.

In Wasserpumpen können Masken problematisch sein

Wenn Masken auf offenem Gelände weggeworfen werden, bedeutet dies auch, dass sie vermehrt ins Wasser gelangen können. Ob durch einen Gullydeckel oder über Windstösse, die Hygienemasken finden ihren Weg in die Flüsse und Abwassersysteme.

Dass dies zu Problemen in den Kläranlagen führen könne, dazu gibt Armin Good der ARA Wasserschloss Entwarnung: «Bisher konnten wir noch keine verschärfte Problematik feststellen, die Masken gehen nicht durch unsere Rechen.» Trotzdem könne eine Zunahme des Masken-Litterings Schwierigkeiten mit sich bringen, sagt er. «In Wasserpumpen können Masken zum Problem werden. Wenn sie dort hineingeraten, führt dies zu einer Verstopfung. Dasselbe geschieht beispielsweise vermehrt auch wegen Feuchttücher.» Auffallend sei zudem, wie viele Masken im Naherholungsgebiet in den Büschen und am Flussufer lägen, kommentiert er. Dass die Natur von dem Masken-Littering in Mitleidenschaft gezogen wird, sei nicht zu übersehen. (gri)