In den letzten Jahren war der Parkplatz beim Freibad Heumatten in Windisch, der während des Winterhalbjahrs vom 1. Oktober bis zum 30. April als Durchgangsplatz dient, von den Fahrenden nicht intensiv belegt worden. Grund dafür war vor allem die alte Platzordnung, die eine maximale Aufenthaltsdauer von einem Monat vorsah. Frühestens nach einem Unterbruch von einem Monat hiess die Gemeinde Windisch eine erneute Belegung gut.

Das ist diesen Winter anders: Neu kann der Gemeinderat für maximal fünf Wohneinheiten den in der Regel einen Monat dauernden Aufenthalt auf bis zu drei Monate verlängern. Im Oktober haben der Gemeinderat Windisch, das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) Kanton Aargau, die Radgenossenschaft der Landstrasse sowie die Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende eine neue Platzordnung für den Durchgangsplatz «Freibad Heumatten» unterzeichnet.

Zofingen schliesst Platz im Winter

«Mit dieser Neuregelung wollen wir die Attraktivität des Platzes in Windisch steigern. Zudem kommen wir so einem Wunsch der Fahrenden entgegen», sagt Raumplaner Marco Peyer vom BVU. Auf den Durchgangsplätzen in Aarau, Kaiseraugst und Würenlos gelten für Fahrende bereits ähnliche Regelungen. Einzig die Stadt Zofingen schliesst ihren Durchgangsplatz in den Monaten November bis Februar aus planerischen und technischen Gründen, so Peyer weiter.

Ob mit dem erweiterten Angebot in Windisch der Nachfrage im Aargau insgesamt entsprochen werden kann, ist für den Raumplaner schwierig zu beurteilen. «Die Fahrenden fragen oft kurzfristig an und planen nicht Monate im Voraus», erklärt Peyer. So könne es sein, dass ein Platz im Winter gar nicht belegt und ein paar Tage später plötzlich wieder ausgebucht ist. Ein Problem sei das aber nicht. «Uns ist es lieber, wenn die Reservationen spontan kommen und dann auch eingehalten werden.» Peyer weiss, dass es in Kaiseraugst – dem einzigen Durchgangsplatz im Aargau, auf dem ausländische Gäste zugelassen sind, – manchmal Probleme gibt. An allen Standorten ist es üblich, dass die Fahrenden ein Depot hinterlegen. In Windisch muss bei der persönlichen Anmeldung eine Kaution in der Höhe von 200 Franken pro Wohneinheit hinterlegt werden. Kommt es zu Unregelmässigkeiten wie Sachbeschädigung oder illegale Abfallentsorgung, wird das Geld nicht zurückbezahlt. Das sei aber sehr selten der Fall, betont Peyer.

Kinder können in die Schule

Bisher seien noch keine Rückmeldungen zur Neuregelung bei der Gemeinde Windisch eingegangen, sagt Verwaltungsleiter André Gigandet. Am vergangenen Donnerstag haben die letzten Fahrenden den Platz bei der Badi Heumatten bereits wieder verlassen. «Wir haben derzeit keine neuen Reservationen», so Gigandet weiter. Was passiert, wenn schulpflichtige Kinder mitfahren? Der Verwaltungsleiter erklärt: «Falls eine Aufnahme in die Schule Windisch gewünscht wird, werden die Kinder aufgenommen.» Viele der Fahrenden unterrichten ihre Kinder aber selber. Trotz längerer Aufenthaltsdauer ist es der Gemeinde Windisch wichtig, dass aus dem Durchgangsplatz kein Standplatz für Fahrende wird.