Windisch

Überbauung «Linde» prägt das Dorfzentrum von Windisch

Das Areal «Linde» (rot) befindet sich auf der einen, die Wiese und die Klosterkirche (oben Mitte) auf der anderen Seite der Zürcherstrasse.

Das Areal «Linde» (rot) befindet sich auf der einen, die Wiese und die Klosterkirche (oben Mitte) auf der anderen Seite der Zürcherstrasse.

Mit der Wohnüberbauung «Linde» kann der Dorfkern weiterentwickelt werden. Jetzt ist der Gestaltungsplan unter Dach und Fach.

Die einzigartige Lage stellt hohe Anforderungen: Mit dem Gestaltungsplan «Linde» werden die Rahmenbedingungen geregelt für die künftige Bebauung des Areals an der Ecke Zürcherstrasse und Lindhofstrasse mitten in Windisch.

Vorgesehen ist eine Überbauung mit 31 Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie einer Tiefgarage.

Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans fand im Herbst 2014 statt. Das Werk musste wegen einer Einwendung leicht angepasst werden.

Diese ist nach den erfolgreichen Verhandlungen übrigens zurückgezogen worden und der Gemeinderat hat den Gestaltungsplan mit kleinen Korrekturen jetzt genehmigt.

Zwei Punkte angepasst

Konkret geändert wurden zwei Punkte. Einerseits soll auf einen Attikatransfer verzichtet werden.

«Dies war eine vorsorgliche Formulierung, um allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt die Flächen und Nutzungen von Attikageschossen auf andere Gebäude übertragen zu können», erklärt Roland Schneider, Leiter der Abteilung Planung und Bau in Windisch. «Im vorliegenden Projekt ist diese Formulierung überflüssig.»

Andererseits wird der Bereich für unterirdische Bauten an der südlichen Grenze – zur Parzelle 2046 – bis an die Parzellengrenze erweitert.

«Mit einem separaten Dienstbarkeitsvertrag haben die beiden Grundeigentümer das gegenseitige Grenzanbaurecht vereinbart. Damit wird es möglich, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Überbauung auf der Parzelle 2046 unterirdisch an die Überbauung ‹Linde› angebaut werden kann», führt Schneider aus. Dies sei bei einer Einstellhalle von grossem Vorteil.

Mit der abschliessenden Genehmigung des Gestaltungsplans kann nun das Baugesuch für die profilierte Überbauung behandelt und letztlich bewilligt werden, stellt Schneider weiter fest und ergänzt: «Für die Gemeinde bedeutet diese Überbauung eine Weiterentwicklung des Dorfkerns und hat somit einen massgebenden Einfluss auf das zukünftige Erscheinungsbild.»

Die Überbauung zwischen den Altersheim-Neubauten sowie der Klosterkirche Königsfelden werde – auch aus Respekt gegenüber den bestehenden Begebenheiten – zurückhaltend gestaltet.

Aktivere Information gewünscht

Kritisch zur Dimension der Wohnüberbauung «Linde» geäussert hatte sich Architekt und Planer Ueli Rüegg aus Windisch. Es gehe nicht um die Frage, ob gebaut werden soll oder nicht, sondern um das Mass, sagte er im letzten September gegenüber der az.

Denn der einmaligen Umgebung gelte es Rechnung zu tragen bei diesem Vorhaben in der Kernzone in unmittelbarer Nähe der markanten Klosterkirche Königsfelden – einem Objekt von nationaler Bedeutung notabene.

Rüegg selber sass mehrere Jahre für die SP im Windischer Einwohnerrat, war Mitglied der Baukommission sowie der Planungskommission, die für die Revision der Ortsplanung zuständig war. Er setzte sich seinerseits dafür ein, dass die grosse Wiese mit niedrigen Obstbäumen vor der Klosterkirche bestehen bleibt.

Die Bevölkerung, ist er nach wie vor überzeugt, hätte ein Anrecht gehabt auf eine aktivere Information über die Wohnüberbauung «Linde» an dieser bedeutenden und sensiblen Lage, samt öffentlichen Veranstaltungen.

Nur mit den Bauprofilen auf dem Areal – Rüegg spricht von einem Stangenwald – sei es schwierig, sich ein Bild über die tatsächlichen Ausmasse der geplanten Bauten zu machen.

Schade sei, dass sich in den involvierten Gremien offenbar niemand für die sorgfältige Modell-Diskussion zuständig fühlte, obwohl ein solches Vorgehen gemäss rechtlichen Grundlagen auf der Hand lag. Er macht sich allerdings keine Illusionen: Jetzt sei der Zug abgefahren – und damit die Gelegenheit vorbei, etwas bewirken oder verändern zu wollen.

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