Schinznach-Dorf

Über 30 Berufe konnten Jugendliche an der Berufsschau mit Podiumsgespräch kennen lernen

Claude Sidler, vom Ärzteteam 51 Brugg, erklärt den Jugendlichen, was er während der Arbeit macht.

Claude Sidler, vom Ärzteteam 51 Brugg, erklärt den Jugendlichen, was er während der Arbeit macht.

Egal ob Bäcker, Coiffeuse, Polymechaniker, Ärzte, Elektroinstallateure, Restaurantfachfrau oder Bekleidungsgestalterin – die Jugendlichen konnten sich an der Berufsschau Informationen aus einer Vielzahl von Berufen einholen.

«Ich sehe über 100 motivierte Schülerinnen und Schüler hier – und das an einem Samstagmorgen», sagte Dario Abbatiello, Präsident des Gewerbevereins Schenkenbergertal, zu Beginn der Veranstaltung in der Mehrzweckhalle Schinznach-Dorf. Die Berufsleute klagten über Fachkräftemangel. «Wir sind heute in der Lage, hier eine abwechslungsreiche Berufsschau zu zeigen. Fordert die Leute heraus», sagte er zu den Schülern. Die Veranstaltung sollte aufzeigen, wie vielseitig eine Berufslehre ist und welche weiteren Möglichkeiten sich nach einer Lehre ergeben würden. Doch bevor die jungen Leute ihre Fragen an die Fachleute stellen konnten, wurde auf der Bühne das Podium mit Lehrlingen und deren Berufsbildnern eröffnet.

Die aus Thalheim stammende SRF-3-Moderatorin Judith Wernli führte locker und witzig durch das rund einstündige Gespräch mit fünf verschiedenen Lehrlings-Berufsbildner-Teams, in denen die Berufe Sanitär- und Elektroinstallateur, Automobil-Mechatroniker, Kaufmann/-frau und Schreiner/Zimmermann vorgestellt wurden. Sie erzählte zunächst von ihrem eigenen Werdegang als KV-Lehrling, Snowboard-Speakerin und jetzige Moderatorin und fragte dann die Lernenden nach deren Motivation für den gewählten Beruf und die Berufsbildner, welche Voraussetzungen man dafür mitbringen müsse.

Schlimme erste Woche

Dominic Stalder, gelernter Sanitär EFZ und jetzt in Ausbildung zum Gebäudetechnikplaner bei der Graf Haustechnik Hausen, hob den Umgang mit Kunden, aber auch die berufsübergreifende Arbeit mit Schreinern oder Plättlilegern hervor und erzählte von der ersten Woche in der Lehre: «Das ist die schlimmste Woche, man ist jeden Abend todmüde. Doch ab der zweiten Woche gewöhnt man sich dran.» Berufsbildner Martin Rudolf räumte auch gleich mit dem Vorurteil auf, dass Sanitärinstallateure «nur» mit dreckigen Abläufen zu tun hätten: «Sanitär ist ein äusserst vielseitiger Beruf, man trifft viele Leute, arbeitet mit neuen Materialien und sieht von der Roh- bis zur Fertigmontage, was man gemacht hat.»

KV-Lehrling Marvin Schmid, der seine Lehre bei der Aargauischen Kantonalbank absolviert, freute sich an der Verantwortung, die man früh in der Lehre übernehmen müsse. Berufsbildnerin Karin Erne informierte über die Voraussetzungen: Von Bezirksschülern wird in den Kernfächern ein Notendurchschnitt von 4,5 und von Sekundarschülern eine 5 erwartet. Doch das Wichtigste: «Die jungen Leute müssen motiviert sein, Interesse zeigen und im Team arbeiten können», sagte sie.

Pharma-Assistentin und Maurer

Egal ob Bäcker, Coiffeuse, Polymechaniker, Ärzte, Elektroinstallateure, Restaurantfachfrau oder Bekleidungsgestalterin – die Jugendlichen konnten sich an der Berufsschau Informationen aus einer Vielzahl von Berufen einholen. «Wir schauen uns um, ob wir etwas Interessantes finden und dort eventuell schnuppern können. Ich interessiere mich eigentlich für den Strassentransportfachmann, aber Maurer wäre auch etwas», meinte der 14-jährige Mike. Kollege David (13) findet Maurer oder Sanitär interessant: «Hauptsache, ich kann draussen arbeiten.» Das Interesse an Medizin, aber auch Kundenkontakt stehen für Anna und Olivia (beide 13) an erster Stelle. Sie absolvieren deshalb im Herbst eine Schnupperlehre als Pharma-Assistentin. Nadine (14) hat mit dem Berufswunsch Fachfrau Gesundheit schon konkrete Vorstellungen: «Ich möchte Leuten helfen.» Aline (14) will Primarlehrerin werden, denn «ich habe Kinder gern und auch die nötige Geduld».

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