Die älteren Kinder stehen in Veltheim auf der Bühne und singen Lieder. Die jüngeren Kinder liegen in der Turnhalle am Boden und schauen ein Bilderbuch an oder spielen draussen auf dem Pausenplatz. Die Stimmung im Sonntagsschullager der Kirchgemeinden Veltheim-Oberflachs und Thalheim ist friedlich und lebendig. Das Lager, das es seit rund 30 Jahren gibt, findet den Tag durch statt, geschlafen wird zu Hause. 114 Kinder sind dieses Jahr mit dabei. Die jüngsten gehen noch in den Kindergarten, die ältesten sind in der sechsten Klasse. Die noch älteren Kinder sind als Helfer im Einsatz. Sie helfen zum Beispiel in der Küche mit oder führen in den Theaterproben Regie.

Theater ist einer der Workshops, welche die Teilnehmer aussuchen können. Daneben gibt es die Workshops Basteln, Tanzen, Singen und Sport. Jedes Kind darf selber wählen, was ihm am besten gefällt. Am Schluss fliessen die Ergebnisse der Workshops ineinander. Der Bastelworkshop stellt Requisiten her, der Sing-Workshop übernimmt die Gesangssolos oder die Kinder des Theater-Workshops bewältigen den schauspielerischen Teil des Musicals. Das Musical, das heute Donnerstag um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Veltheim aufgeführt wird, bildet den Schlusspunkt des Lagers. Dieses Jahr ist es «Hochziit in Kana».

Die Wundererzählung aus der Bibel berichtet, wie Jesus Wasser in Wein verwandelte, weil dieser bereits am ersten Tag eines mehrtägigen Hochzeitfestes ausging. Die Handlung des Stücks erleben die Kinder auch neben dem Üben. Jeden Tag gibt es morgens eine Lektion zu einem biblischen Fest. In diesen nehmen sie zum Beispiel das Abendmahl durch. Gestern gab es eine Erlebnislektion, wo die Kinder die Hochzeit in Kana wie eine echte Hochzeit erleben konnten.

Spicken ist erlaubt

Nach den Lektionen und Workshops am Morgen folgt kurz vor Mittag jeweils eine Singprobe mit allen. Christoph Jakob dirigiert den riesigen Chor. Auf einem Stuhl neben ihm steht eine der jungen Helferinnen und hält den Liedtext hoch, denn in diesen vier Tagen auch noch den ganzen Text auswendig zu lernen, das ginge nicht, sagt Susanne Frauchiger. Frauchiger hatte viele Jahre lang die Gesamtleitung inne und Evelyne Schaffner die Co-Leitung. Dieses Jahr haben sie die Rollen getauscht. Zusammen mit weiteren OK-Mitgliedern beginnen sie jeweils im November mit den Vorbereitungen fürs Lager. Es ist eine grosse Arbeit, die das Organisationsteam jedes Jahr auf sich nimmt. Doch die Motivation ist nach wie vor vorhanden, sagt Susanne Frauchiger: «Die Kinder haben Freude, es ist schön, wenn man sieht, dass sie zufrieden sind und es geniessen.»