Windisch
Überraschung: Einwohnerrat wählt CVP-Burger statt SVP-Ammon zum Vize

Überraschung in Windisch: Als Vizepräsident des Einwohnerrats wurde nicht, wie vorgeschlagen, SVP-Kandidat Philipp Ammon, Sohn von Gemeindeammann Heidi Ammon gewählt. Das Rennen machte, mit 20 Stimmen, Anton Burger von der CVP.

Michael Hunziker
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Anton Burger wurde überraschend zum Vizepräsidenten des Einwohnerrats Windisch gewählt.

Anton Burger wurde überraschend zum Vizepräsidenten des Einwohnerrats Windisch gewählt.

ZVG

Der Wahlvorschlag hatte bereits im Vorfeld zu reden zu geben. Philipp Umbricht, FDP, wies an der Sitzung des Einwohnerrats am Mittwochabend darauf hin, dass der Vizepräsident - laufe alles im üblichen Rahmen - in zwei Jahren als Präsident gewählt werde.

Die Konstellation mit Mutter und Sohn an der Spitze der Gemeinde sei rechtlich zwar zulässig, aber nicht optimal. Unbestritten sei, dass Philipp Ammon das Zeug für das Amt habe und die SVP turnusgemäss den Vizepräsident stellen könne. Aber es bestehe die Gefahr von Interessenskonflikten. Die FDP sehe Alternativen. Diesen Ausführungen schlossen sich die anderen Parteien SP, CVP und EVP an.

«Keinen Platz für Machtspiele»

Die SVP indes hielt an ihrem Wahlvorschlag fest. Fraktionspräsident Marco Valetti sprach von fadenscheinigen Argumenten. Eine Alternative sei nicht vorhanden, die Personaldecke der Partei sei eng. Philipp Ammon sei fähig, das Amt zu übernehmen und «als Person 100 Prozent wählbar».

Es gebe keinen Grund, der Wahl nicht zuzustimmen. «Auf Gemeindeebene haben parteipolitische Machtspiele keinen Platz», hielt Valetti fest. In der Folge allerdings meldete sich der Kandidat selber zu Wort.

Nach den Diskussionen und Vorwürfen könne er sich nicht mit gutem Gewissen der Wahl stellen, sagte Ammon. Er ziehe seine Kandidatur deshalb zurück.

Amt nicht gesucht

In die Bresche sprang die CVP: Fraktionspräsidentin Barbara Scheidegger schlug vor, den Turnus zu ändern und für die nächsten zwei Jahre Anton Burger zu wählen, bevor dann wieder die SVP an der Reihe sei. Er habe das Amt zwar nicht gesucht, sagte Burger nach der Wahl, dankte aber für das Vertrauen.