Windisch
Übergang nach Habsburg gesperrt: Fussgänger erhalten Hilfsbrücke

Kritik ist laut geworden an den Umleitungen durch die Sperrung der Habsburgbrücke zwischen Windisch und Habsburg.

Michael Hunziker
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Die Bauarbeiten kommen zügig voran an der Habsburgbrücke. Das alte Widerlager ist freigelegt und abgebrochen worden.

Die Bauarbeiten kommen zügig voran an der Habsburgbrücke. Das alte Widerlager ist freigelegt und abgebrochen worden.

Sandra Ardizzone

Voraussichtlich bis März des nächsten Jahres bleibt die Habsburgbrücke zwischen Windisch und Habsburg für den Verkehr gesperrt, weil Platz geschaffen werden muss für die neue, zweispurige Südwestumfahrung Brugg.

Auf Kritik gestossen sind die Umleitungen für den Motorfahrzeugverkehr, die Velos und – vor allem – die Fussgänger. Eine Windischerin hat sich in einem Leserbrief darüber beklagt, dass sie nun einen Umweg von 20 Minuten in Kauf nehmen muss, um über die Eisenbahnlinie in den Habsburgwald zu gelangen.

Als Lösung schlägt sie vor, ein temporäres, günstiges Brücklein für Fussgänger zu errichten. Die Windischer SP-Einwohnerrätin Mirjam Aebischer hat sich beim Gemeinderat mit einer kleinen Anfrage danach erkundigt, was unternommen wird, um den Bewohnern des Quartiers Klosterzelg-Reutenen während der Bauphase den Zugang zum Naherholungsgebiet zu gewährleisten.

Nur vereinzelt kam es zu Unklarheiten

In der ersten Bauphase muss die Habsburgbrücke aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden, erklärt Simone Britschgi, Mediensprecherin beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Wegen der engen Platzverhältnisse könnten die Abbrucharbeiten und die Personen nicht aneinander vorbeigeführt werden.

Die gute Nachricht für die Fussgänger: Sobald die Baugrube mit Spritzbeton und Ankern gesichert ist, kann laut der Mediensprecherin voraussichtlich ab Mitte August «wie geplant» eine Hilfsbrücke aus Stahl erstellt werden.

Mit dem Baubeginn Anfang Juni und der Vollsperrung sei es vereinzelt zwar zu Unklarheiten gekommen, räumt Simone Britschgi ein. «Das ist normal.» Grundsätzlich aber hätten sich die Umleitungen bewährt. Diese seien frühzeitig kommuniziert und signalisiert worden. Die betroffene Bevölkerung zeige sich mehrheitlich verständnisvoll.

Alter der Brücke ist eine Herausforderung

Durch die Vollsperrung, fügt die Mediensprecherin an, kommen die Bauarbeiten zügig voran. Bereits konnte das alte Widerlager freigelegt werden, der Abbruch ist zum grössten Teil ausgeführt. Die Steinkorbmauer wurde aus Sicherheitsgründen belassen und wird erst mit dem Aushub für die Fundation des neuen Widerlagers entfernt. In einem nächsten Schritt folgen die Spritzbetonarbeiten für die Sicherung der Baugrube. Ist das neue Widerlager mit den beidseitigen Mauern erstellt, werden auf der Brücke die Betonelemente entfernt, die als Gegengewicht dienen, damit sich die Brücke nicht senkt und der Brückenpfeiler nicht bewegt.

Die Habsburgbrücke selber wird in einer weiteren Etappe saniert. «Der Zeitpunkt ist von den SBB abhängig», führt Simone Britschgi aus. «Für die Sanierung wird ein Schutzgerüst unter der Brücke eingebaut, die Geländer und der Belag werden entfernt. Wir werden dann die Brücke erneut für jeglichen Verkehr – inklusive Fussgänger – sperren müssen.»

Als Herausforderung bei den Arbeiten bezeichnet sie das Alter der Habsburgbrücke. «Ein Alterungsprozess beim Beton bedeutet, dass die Berechnungen erst mit der Ausführung feinjustiert werden können.»

Auch Postauto braucht länger

Betroffen von der Sperrung der Habsburgbrücke ist auch das Postauto. Offenbar haben Fahrgäste aus Habsburg schon die Anschlüsse verpasst am Bahnhof Brugg, weil es zu mehreren Minuten Verspätung kam.

Für das Postauto erfolgt die Umleitung – von Habsburg kommend – via die frühere interne Zufahrt der Firma Creabeton zum Baschnagelkreisel und zur Reutenenstrasse, in umgekehrter Richtung via Reutenenstrasse, Baschnagelkreisel und Steinmattstrasse. Auch wenn mit deser Umfahrungsvariante etwas mehr Zeit benötigt wird: «Einen anderen Fahrweg sehen wir aufgrund der verschiedensten Abhängigkeiten nicht», sagt Postauto-Sprecher Ben Küchler.

Aktuelle Auswertungen weisen eine Mehrzeit von 2 bis 5 Minuten aus, stellt er fest. «Darunter sind aber auch höhere Ausreisser.» In der Regel würden Anschlüsse bei einer Verspätung von mehr als 5 Minuten gebrochen.

Als Schwierigkeit für den Postauto-Verkehr nennt Küchler die Einfahrt von Habsburg kommend auf die Schnellstrasse. «Um diese Einfahrt zu entschärfen und zu verbessern, wurden Temporeduktionen signalisiert und zusätzliche Gefahrensignale aufgestellt.» Eine weitere Herausforderung sei die Tempo-30-Begrenzung auf der Reutenenstrasse. Ausserdem gebe es auf der Linie 366 noch eine Baustelle im Habsburgwald, die den Postauto-Verkehr ebenfalls um wenige Sekunden verlangsame.

Fehlende Standzeiten am Endpunkt in Scherz schliesslich verunmöglichen das «Aufholen von Verspätungen». Diese Situation habe allerdings bereits vor Beginn der Bauarbeiten bestanden, hält Küchler fest.
Optimierungen – beispielsweise durch Routenwahl oder Signalisation – sehe Postauto nicht. Eine deutliche Entspannung könnte nur durch zusätzliche Ressourcen erreicht werden. Solche müssten jedoch finanziert werden. (mhu)