Brugg
Tumulte bei Konzert: 50 Linksautonome gegen die Polizei

Weil sie ein Konzert störten, wurden heute Nacht mehrere Personen aus dem Jugendlokal «Picadilly» gewiesen. Als die Polizei diese arretieren wollte, solidarisierten sich rund 50 Linksautonome mit ihnen und griffen die Polizei an.

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Knatsch zwischen Linksautonomen und Polizei (Symbol).

Knatsch zwischen Linksautonomen und Polizei (Symbol).

Keystone

Im Jugendhaus «Piccadilly» in der Brugger Innenstadt fand in der Nacht auf Samstag ein Punk-Konzert statt. Offenbar störten mehrere Konzertbesucher den Anlass, weshalb der Sicherheitsdienst eingreifen musste.

Dies führte bereits innerhalb des Lokals zu einem Handgemenge und Unmut unter den Besuchern. Der Veranstalter des Konzerts rief kurz nach Mitternacht die Kantonspolizei.

Als die aufgebotenen Patrouillen der Kantonspolizei und der Regionalpolizei Brugg Minuten später vor Ort eintrafen, stiessen sie auf acht Personen, die vom Sicherheitsdienst als die fraglichen Unruhestifter bezeichnet wurden. Als die Polizisten diese zur näheren Überprüfung arretieren wollten, wehrten sich diese heftig dagegen.

Solidarisierung mit Betroffenen

Plötzlich begannen sich zahlreiche Konzertbesucher mit den Betroffenen zu solidarisieren. So sahen sich die wenigen Polizisten plötzlich einer Übermacht von rund 50 Personen umzingelt.

Diese griffen die Polizei immer wieder an und versuchten, die Festgenommenen zu befreien. Die Polizisten wehrten die Attacken mit Pfefferspray ab und riefen Verstärkung.

Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei zog alle verfügbaren Patrouillen der Kantonspolizei, mehrerer umliegender Regionalpolizeien und des Grenzwachtkorps zusammen.

Diesem starken Aufgebot gelang es nach und nach, den Tumult zu beenden. Gegen zwei Uhr hatte sich die Situation
schliesslich entspannt.

Mehrheitlich aus Zürich und Ostschweiz

Die Polizei begleitete die mehrheitlich aus dem Kanton Zürich und der Ostschweiz angereisten Konzertbesucher zum
Bahnhof, wo sie um 2.45 Uhr den Zug bestiegen.

Die Kantonspolizei nahm einen 25-jährigen Schweizer aus dem Kanton Zürich fest. Bei ihm wurden auch Drogen gefunden. Bei der Festnahme rastete dieser förmlich aus und trat mit den Kampfstiefeln nach den
Polizisten, bespuckte und beschimpfte sie übelst. Er befindet sich in Haft.

Weitere sieben Beteiligte wurden polizeilich angehalten, identifiziert und teilweise mit einer formellen Wegweisung belegt. Abgesehen vom 25-Jährigen, der sich bei der Festnahme einige Schrammen zuzog, wurde niemand verletzt.

Durch einen Steinwurf wurde das Auto eine Unbeteiligten beschädigt. Zudem schlug eine Person mit einer Bierflasche eine Fensterscheibe ein. Die Beteiligten sind mehrheitlich der linksautonomen Szene zuzuordnen. Etliche Personen waren betrunken.

Das spontane Polizeiaufgebot aufgrund dieses Ereignisses führte vorübergehend zu einer empfindlichen Schwächung der polizeilichen Grundversorgung im ganzen Kanton, so etwa bei der Sofort-Intervention bei Notrufen.