Brugg
«Tsch tsch» – im Bahnpark herrschte am Wochenende Hochbetrieb

Viel begeistertes Publikum an den Tagen der offenen Tore im Bahnpark Brugg – der Anlass mausert sich zum Grossevent.

Louis Probst
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Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Stilecht zum Bahnpark Shuttlezug mit SLM-Werklok.
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Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Der Shuttlezug bringt weitere Gäste vom Bahnhof Brugg in den Bahnpark.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Die drei "Grand Old Ladies".
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Glänzen müssen die Maschinen an diesem Wochenende.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Literatur und Souvenirs gibts im Bahnpark ebenfalls.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Erinnerung an glanzvolle Zeiten.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Auch solche Loks gab es zu sehen.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Die Züge sind so sauber geputzt, dass man sich darin spiegeln kann.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Der Zubringerzug aus Sulgen (TG).
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Zubringerzug aus Sulgen (TG).
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Vorelektronische Anzeigetafeln.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Mit der besten Steinkohle aus Wales werden die Maschinen gefüttert.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Vollgetankt - die Fahrt kann weiter gehen.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Die Mikado 1244.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Spass für die ganz kleinen Bahnfans.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Der Dampftriebwagen der einstigen Überbeibahn ist Stammgast am Tag der offenen Tore.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Zwei Welten: Unten Dampflok oben Kombi-Verkehr.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Schaufeln ist angesagt.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Spass für die Kinder auf einer Handhebeldraisine.
Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Mit Vaters Hilfe hinauf in den Mikado-Führerstand.

Tag der offenen Tore Bahnpark Brugg Stilecht zum Bahnpark Shuttlezug mit SLM-Werklok.

Louis Probst

«Tsch tsch», zischt der Bub. Er ahmt damit nicht das vom Werbespot her bekannte Geräusch nach, mit dem ein Grossverteiler für die Grillsaison wirbt, sondern eine Dampflok. Das Bild, das sich am Gleis fünf im Bahnhof Brugg in diesem Moment bietet, scheint irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein. Das mag am Mann auf dem Perron mit der roten Kappe mit den Goldstreifen liegen. Oder am Dampfzug auf dem Nebengeleise mit dem roten Wagen der Rorschach-Heiden-Bergbahn? Wie der kleine Shuttlezug mit der einstigen SLM-Werklok bringt auch dieser Zug mit der Dampflok des Typs C 5/6 – Spitzname «Elefant» – Besucherinnen und Besucher zum Tag der offenen Tore in den Bahnpark Brugg.

Draussen im Bahnpark herrscht Hochbetrieb. Vor der Remise zieht die gewaltige «Mikado» die Blicke auf sich. Nach der Restaurierung durch den Verein Mikado 1244 dürfte die Maschine, die bis in die 1970er-Jahre bei den französischen Staatsbahnen im Einsatz war, schöner sein als damals im November 1946, als sie in Kanada die Montreal Locomotive Works verlassen hatte. Daneben haben die beiden elektrischen Lokomotiven des Vereins – eine Ae 4/7 und die Gotthardlok Ae 6/6 «Aargau» – Aufstellung genommen. Neben den vollbesetzten Tischen der Festwirtschaft dreht die Kinderdampfbahn ihre Runden.

Runden dreht auch Gregor Tomasi, der Präsident der Stiftung Bahnpark Brugg. «Wahnsinnig», meint er kurz vor Halbzeit des Tages der offenen Tore, der sich erstmals über zwei Tage erstreckt. «Das wird zum Grossevent. Wir müssen aufpassen, dass es uns nicht über den Kopf wächst.»

Umorganisation wegen Vorfall mit Kran

Vor dem Rundschuppen stehen drei Dampflokomotiven – darunter die Lok 2969 der Vereinigung Eurovapor, die den Sonderzug aus der Ostschweiz nach Brugg gebracht hat – sowie die Spanisch-Brötli-Bahn-Lok «Limmat», die 1947 originalgetreu nachgebaut worden ist. Daneben erproben Kinder auf einer Handhebeldraisine – wie man sie aus alten Slapstick-Filmen kennt – ihre Kräfte.

Reger Betrieb herrscht auch im Rundschuppen. Zwischen Lokmotiven stehen Souvenir- und Bücherstände. Und auf der Empore stellt sich der Brugger Modellbahnklub vor. Am Informationsstand der SBB werden Fahrkarten für Dampffahrten angeboten. Ein Kleber auf einem Plakat weist allerdings auf gewisse Einschränkungen hin. Wegen eines Zwischenfalls bei Schinznach-Bad, wo der Ausleger eines Baukrans auf einen Nahverkehrszug stürzte, konnten die Fahrten mit dem Dampf-Triebwagen nach Wildegg nicht durchgeführt werden.

«Stattdessen fährt der Triebwagen nach Othmarsingen», erklärt Gregor Tomasi. «Wir konnten das zusammen mit den SBB relativ kurzfristig lösen.» Zur Panne der Dampflok, die mit einem sogenannten «Güterzug mit Personenbeförderung» im Schlepp in Frick liegengeblieben war, sagt er: «Grund war der Bruch eines Siederohrs. Die Lok ist dann mit einer anderen Dampflok abgeschleppt worden.»

Auf der Rampe zwischen den grossen «Bags» mit bester Steinkohle aus Wales freut sich ein Fan am herannahenden Dampftriebwagen der einstigen Uerikon-Bauma-Bahn. «Ich habe Freude an den alten Maschinen», gesteht der junge Mann aus dem Seetal. «Ich will eine Fahrt mit dem Dampftriebwagen machen.» Neben dem Gleis wird ein Feuerwehrschlauch ausgelegt. Mit diesem wird der Triebwagen mit Kesselspeisewasser versorgt. Auch der Kohlevorrat muss ergänzt werden. Dann ertönt ein durchdringender Pfiff. Der Triebwagen setzt sich wieder in Bewegung und entschwindet langsam hinter der Remise.

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