Schinznach-Bad

Trotz zwei schweren Töffunfällen: Kanton sieht an der Kreuzung beim Thermalbad keine Mängel

Die Autofahrerin kollidierte beim Abbiegen mit dem Töfffahrer.

Die Autofahrerin kollidierte beim Abbiegen mit dem Töfffahrer.

Zwei schwere Töffunfälle inert dreier Monate in Schinznach-Bad haben alte Fragen aufgeworfen. Die Badbetreiber fordern für eine bessere Verkehrssicherheit seit Jahren einen Kreisel oder eine Temporeduktion.

Bei der Kreuzung Hauptstrasse/Thermalbad in Schinznach-Bad geraten Verkehrsteilnehmer regelmässig in brenzlige Situationen. Am Mittwochabend verletzte sich ein Motorradfahrer schwer, nachdem ihn eine ältere Autofahrerin beim Abbiegen erfasst hatte. Ende April verunglückte an der gleichen Stelle ein Töfffahrer tödlich.

Damals riefen die Badbetreiber in Erinnerung, dass sie bereits vor zwei Jahren – im Hinblick auf die Strassensanierung – Verkehrsmassnahmen gefordert hatten. Die Thermalbadleitung regte den Bau eines Kreisels oder eine Temporeduktion im Kreuzungsbereich an, um das Gefahrenpotenzial zu minimieren. Nach dem tödlichen Unfall im April reichte die Thermalbadleitung diese Forderungen auch noch in schriftlicher Form beim Kanton ein.

18-jähriger Töfffahrer wird übersehen – tot

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Ein Autolenker hat beim Linksabbiegen in Schinznach Bad dem jungen Mann den Weg abgeschnitten. Der Schreinerlehrling verstarb noch auf der Unfallstelle.

Vertreter des Kantons, der Bad Schinznach AG und der Gemeinde haben sich daraufhin zu einer Besprechung vor Ort getroffen und insbesondere die Sichtverhältnisse nochmals genauer betrachtet. Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), sagt auf Nachfrage: «Diese Einmündung weist keine baulichen Mängel auf. Für gute Sichtverhältnisse wird die Bepflanzung regelmässig geschnitten und tief gehalten.»

Es war menschliches Versagen

Auch nach dem zweiten Unfall gab es laut Schnetzler Rücksprachen mit der Polizei. Fazit: Die Infrastruktur sei in Ordnung. Zum Unfall sei es aufgrund menschlichen Versagens gekommen. Mit anderen Worten: Bezüglich Infrastruktur sind nach Rücksprache mit der Polizei keine zusätzlichen Massnahmen notwendig. Die Unfälle werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach geklärt. Bei der Unfallstelle handelt es sich um einen Knoten in einem typischen Ausserortsbereich mit Tempo 80 km/h.

«Solche Stellen bestehen dutzendfach im Kanton Aargau und schweizweit», betont der BVU-Vertreter. Er geht davon aus, dass auf dem erwähnten Streckenabschnitt eine reduzierte Geschwindigkeitslimite nicht eingehalten würde. «Ein- und abbiegende Fahrzeuglenker würden sich auf vermeintlich tiefere Geschwindigkeiten verlassen, was zu einer gefährlichen Scheinsicherheit führt und deshalb der Verkehrssicherheit abträglich ist», fasst Schnetzler die Situation zusammen.

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