Schinznach-Dorf

Trotz Zitterpartie gibts eine gute Ernte bei der Weinbaugenossenschaft

Heinz Simmen (l.) und Hans Peter Kuhn bereiten sich auf das Kellerfest vor.BLA

Heinz Simmen (l.) und Hans Peter Kuhn bereiten sich auf das Kellerfest vor.BLA

Die Weinbaugenossenschaft Schinznach zieht eine positive Bilanz, auch dank einer alten Technik

«Die Nerven der Winzer sind arg strapaziert worden», erzählt der Geschäftsführer der Weinbaugenossenschaft Schinznach (WGS), Hans Peter Kuhn. Nach einem warmen Frühjahr, das zu einem Vegetationsvorsprung führte, kam im heikelsten Moment, Ende April, der Frost. Böse Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wach, als ein Kälteeinbruch im Frühling zu massiven Einbussen führte. Heuer kamen die Winzer jedoch glimpflich davon. Zwar gab es durch den Frost einen Verlust von 50 Prozent, dieser konnte aber durch die Frostruten, die zahlreiche Produzenten geschnitten hatten, kompensiert werden.

Die Frostrute ist eine zusätzliche Rute, die stehengelassen wird und als Ersatz dient, wenn an der angebundenen Rute zu viele Triebe erfroren sind. Ansonsten wird sie später entfernt. Da es in den letzten 30 Jahren hierzulande kaum Probleme mit Frühlingsfrost gab, war diese Praktik beinahe in Vergessenheit geraten. Doch nun hat sie sich bewährt. Alle anderen Massnahmen gegen den Frost waren praktisch erfolglos. Die einen waren zu aufwendig und zu teuer, die anderen schadeten mehr, als dass sie nützten. «Gegen richtigen Frost ist man eigentlich machtlos», resümiert Heinz Simmen, Kellermeister der WGS. Gefahr drohte auch von zwei Unwettern, die an der Region aber glücklicherweise vorbeizogen.

Ansonsten gediehen die Reben dank dem warmen Wetter prächtig und der sonnige Herbst führte zu einem hohen Zuckergehalt in den Trauben. Die WGS blickt auf eine gute Ernte zurück. Von ihren Lieferanten konnte die Genossenschaft zirka 270 Tonnen Trauben beziehen und verarbeiten.

Änderungen im Sortiment gib es keine. Einzig der Vindonissa Wy Albus und der Thalheimer Riesling-Silvaner können aufgrund der verheerenden Ernte letztes Jahr nicht verkauft werden.

Besonders erfreulich ist für Kuhn und Simmen, dass der Sauvignon Blanc am Grand Prix du Vin Suisse 2017 das Silberdiplom erhielt. Zudem dürfen sich der Sauvignon Blanc und der Pinot Noir neu mit dem Label «Best of Swiss Wine» schmücken.

Die WGS zieht eine positive Bilanz und auch die Aussichten für nächstes Jahr sind grundsätzlich gut. Wegen des ganz passablen 2017 sollten die Reben nächstes Jahr wieder volle Kraft zum Austreiben haben. Doch wie die Ernte am Ende ausfallen wird, hängt vom Wetter ab. Bleibt zu hoffen, dass es am Räbhüslifest Grund zum Feiern geben wird.

Doch das ist noch weit weg, erst werden die diesjährigen Weine am Kellerfest präsentiert. Dieses wird Ende November in gewohnter Manier in den Kellereien der Weinbaugenossenschaft in Schinznach-Dorf stattfinden. Als Ergänzung zum Wein gibt es Treberwürste, Käse sowie Oliven- und Grillspezialitäten. Interessierte können bei der Kellerführung mehr über die Weinherstellung erfahren und für eine sichere Heimreise sorgt am Freitag und Samstag das «Heigo-Taxi».

Kellerfest: Freitag, 24. November von 16–22 Uhr, Samstag, 25. November von 11–22 Uhr und Sonntag, 26. November von 11–18 Uhr.

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