Brugg
Trotz Regen wollten 2600 Besucher die Genisten in Action sehen

Freunde und Verwandten erhielten am Tag der Angehörigen - also dem Besuchstag - der Genierekruten einen interessanten Einblick in den Militäralltag.

Manuel Hediger
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Oberst im Generalstab Jungo begrüsst die Angehörigen der Soldaten
14 Bilder
Rammpontoniere schlagen einen Pfahl ein
Kurz vor 9.00: Die Besucher strömen in den Schachen
Die Zimmerordnung in der Kaserne ist beinahe perfekt
Die Zugschule erntete grossen Applaus
Einmarsch der Kompanien ; der Kommandant grüsst
Zugschule bedeutet volle Konzentration
Tag der Angehörigen in der Kaserne Brugg
Brugger Einwohnerratspräsidentin Kister-Wuffli (links) und Windischer Gemeindeammann Scheiwiler (rechts) beim Mittagessen mit dem Kommandanten Nico Jungo(Mitte).
Rammpontoniere auf einer Plattform in der Aare
Soldaten bei der Arbeit mit Maschinen
Sappeure machen Liegestützen auf ihrer Brücke
Sappeure komplettieren ihre Brücke
Besucher testen die Brücke

Oberst im Generalstab Jungo begrüsst die Angehörigen der Soldaten

Aargauer Zeitung

Bereits um 5.45 mussten die Soldaten der Genieschule aus den Federn sein, schliesslich war die Zimmerinspektion auf 6.30 befohlen. Um Mama und Papa davon zu überzeugen, dass Ordnung und Disziplin immer noch grossgeschrieben sind im Militär, musste am letzten Tag der Angehörigen dieses Jahres in der Kaserne Brugg alles picobello sein. Die 2600 Besucher hatten sich besseres Wetter erhofft, dennoch waren die aus der ganzen Schweiz hergereisten Eltern, Grosseltern, Geschwister, Freundinnen und sonstigen Bekannten neugierig, was ihr Genist während seiner Dienstzeit in Brugg macht.

Einige Kinder sahen zum ersten Mal den Betrieb auf einem Waffenplatz. „Das dort ist kein Panzer, sondern ein Lastwagen", erklärte eine Besucherin ihrer kleinen Schwester. Die rund 300 Soldaten haben 13 intensive und lehrreiche Wochen in einem anfangs sehr ungewohnten Umfeld hinter sich. Jetzt sind sie am Ende ihrer allgemeinen Grund- und Fachdienstausbildung. In der Genieschule Brugg werden mit Sappeuren, Flugplatzsappeuren, Pontonieren, Baumaschinenfahrern, Übermittlern, Büroordonanzen und Köchen gleich sieben verschiedene Funktionen ausgeübt. Die Endphase der Ausbildung hatte es in sich, da neben der Inspektion auch der Tag der Angehörigen vorbereitet werden musste.

Zudem wurden die Truppe und das Milizkader befördert. „Sie haben sicher bemerkt, dass Ihr Rekrut während der vergangenen 13 Wochen am Wochenende müder war als sonst. Dies tut mir leid", scherzte Schulkommandant Oberst im Generalstab Nico Jungo. Er versicherte den Angehörigen aber, dass ihr Sohn respektive Freund hier etwas Sinnvolles lerne und dass es ihm gut gehe, wovon man sich selber überzeugen könne. Nach einer kurzen Begrüssungsrede vor der Tribüne im Schachen wurden alle Anwesenden gebeten, die Nationalhymne zu singen, bevor die Kompanien einmarschierten und sich auf ihre verschiedenen Arbeitsplätze verteilten. Dort leisteten sie vollen Einsatz.

Einige Soldaten und Milizkader demonstrierten den geübten Umgang mit Baumaschinen wie Presslufthämmer oder Kettensägen. Kennzeichnend für die Ausbildung auf dem Waffenplatz Brugg ist der Brückenbau der Sapeure und Pontoniere. „Eine solche Brücke hält bis zu 70 Tonnen aus", erklärt ein Leutnant am Aareufer. 70 Minuten müssen reichen, um die gesamte Brücke von A bis Z aufzubauen. Es ist die letzte Rekrutenschule die mit der festen Brücke 69 arbeitet. Danach werde sie laut Jungo durch ein neueres Modell ersetzt. Im Anschluss auf die Vorstellungen hatten alle Besucher von der Militärküche ein schmackhaftes Mittagessen zugute.