Brugg/Windisch

Trotz Freude über Fortschritte: Die IG Pro Velo kritisiert die Rampe bei der Süssbachunterführung

Die IG Pro Velo ist erfreut, dass es bei der Süssbachunterführung vorwärts geht, findet aber auch kritische Worte.

Die IG Pro Velo ist erfreut, dass es bei der Süssbachunterführung vorwärts geht, findet aber auch kritische Worte.

Pro Velo Brugg-Windisch nennt die schmale und steile Rampe «die wichtigste Schwachstelle» des Projekts und bedauert, dass bei ihr nichts geschehen soll.

Dass der Kanton «jetzt doch endlich» vorwärtsmachen möchte bei der Süssbachunterführung, begrüsst Pro Velo Brugg-Windisch. Das Planungsbüro habe bis auf wenige Punkte sein Möglichstes getan, um die Situation etwas zu verbessern, sagt Präsident Hörby Künzi.

«Da aber die wichtigste Schwachstelle aus Kostengründen gar nicht entschärft werden soll, ist der Nutzen entsprechend bescheiden», fügt er an. Er spricht von der über 25 Meter langen Rampe auf Brugger Seite, die eine Steigung von rund 17 Prozent aufweise und im oberen Abschnitt den Velos bloss 1 Meter Platz lasse.

«Und dies bei Gegenverkehr entlang einer Mauer mit vorstehendem Handlauf», gibt Künzi zu bedenken. Diese Nordrampe sei somit doppelt so steil und bloss ein Drittel so breit wie in den entsprechenden Normen verlangt.

«Die Unfallgefahr für Velofahrer und Fussgänger ist hoch»

«Um die aus Sicherheitsgründen nötige Temporeduktion der Velofahrer zu erzwingen, sind im Tunnel kurz nach einem 90-Grad-Richtungswechsel trotz eingeschränkter Einsehbarkeit zwei Schikanen vorgesehen», fährt Künzi fort.

Kurz: «Die Schikanen, der scharfe Richtungswechsel, die unzureichende Breite und die extreme Steigung führen dazu, dass die Unfallgefahr für Velofahrer und Fussgänger hoch ist, die Strecke unattraktiv bleibt und die Kapazität der neuen Veloverbindung sehr begrenzt ist.»

Dass  der Kanton davon ausgehe, dass die Verbindung alle fünf Jahre komplett überflutet werde und für Tage nicht benutzt werden könne, sei unschön, müsse wohl aber aus Kostengründen in Kauf genommen werden, ergänzt der Präsident.

Pro Velo Brugg-Windisch vertritt die Interessen der Velofahrer der Region und setzt sich ein für ein flächendeckendes Radwegnetz. Seit der Gründung der seinerzeitigen Velogruppe Brugg/Windisch vor 34 Jahren, blickt Künzi zurück, «pochen wir auf die Realisierung einer fahrbaren und sicheren Veloverbindung zwischen Brugg und Windisch».

Nachdem Pro Velo Brugg-Windisch vom Kanton im Sommer 2016 eine Projektstudie zur Süssbachunterführung zur Vernehmlassung zugestellt erhielt, stieg die Zuversicht.

«Trotz engen Gegebenheiten im Tunnel wiesen die präsentierten Varianten gute Lösungsansätze vor, welche insbesondere das Problem der extrem steilen und schmalen Nordrampe beheben würden: Die Velofahrer sollten die Unterführung Richtung Norden via einer Rampe über eine angrenzende Parzelle zur Fröhlichstrasse verlassen», führt Künzi aus.

Pro Velo erwartet Taten nach den Versprechungen

Entsprechend bitter sei jetzt die Enttäuschung über das Auflageprojekt. Dieses stehe «im krassen Widerspruch zu den blumigen Sprüchen» im Anhörungsbericht zum Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase). In diesem ist die Rede von einer Verdreifachung des Veloverkehrsanteils im Binnenverkehr bis ins Jahr 2040, von der Entwicklung einer hochwertigen Infrastruktur, von einem starken Ausbau des kantonalen Radroutennetzes.

Pro Velo Brugg-Windisch erwartet laut Künzi, dass der Kanton «den vollmundigen Versprechen im Zusammenhang mit der Oase nun erste Taten folgen lässt und tatsächlich in den Ausbau des Veloverkehrs investiert». Nur die Erschliessung des Nordportals über den bestehenden Parkplatz zur Fröhlichstrasse ermöglicht nach seinem Dafürhalten eine sichere und komfortable Veloverbindung durch die Süssbachunterführung.

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