Brugg
Trotz Baugesuch: Erster Pumptrack im Aargau steht vor Hindernissen

Die Stadt muss zuerst Kontakt mit dem Landwirt aufnehmen, bevor Pumptrack gebaut werden kann.

Janine Müller
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Die Pumptrack-Anlage im Brugger Schachen soll jener, die in New York von Velosolutions gebaut wurde (Bild), ähneln. Nur die Strecke wird asphaltiert, daneben bleibts grün. zvg

Die Pumptrack-Anlage im Brugger Schachen soll jener, die in New York von Velosolutions gebaut wurde (Bild), ähneln. Nur die Strecke wird asphaltiert, daneben bleibts grün. zvg

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Der Velo-Verein «BikeAttrAktiv» plant im Brugger Schachen, neben den Trainingsplätzen des FC Brugg, einen Pumptrack – eine asphaltierte Strecke mit Wellen, Mulden und Steilwandkurven für Bikes, Skates und Boards. An der Generalversammlung von Pro Velo Brugg-Windisch am Mittwochabend wurde bekannt: Obwohl das Baugesuch für den Pumptrack bewilligt ist, hat die Stadt Brugg den Pachtvertrag mit dem Landwirt, der die Parzelle bis anhin bewirtschaftet hat, noch nicht gekündigt. «Der Landwirt hatte bis jetzt die Infos nur über die Presse», berichtete ein Vertreter des Vereins. «Die Stadt Brugg hatte mit ihm noch keinen Kontakt.»

Weil die Kündigungsfrist für den Pachtvertrag sechs Monate beträgt, gerät der Verein «BikeAttrAktiv» etwas in Bedrängnis. Geplant war, dass der Pumptrack spätestens im Sommer 2017 realisiert werden kann. Der Verein hat nun ein persönliches Treffen mit dem Landwirt vereinbart. «Falls er die sechs Monate noch braucht, dann respektieren wir das natürlich», hiess es am Mittwochabend. Allerdings: Der Verein selber kann den Pachtvertrag mit dem Landwirt nicht kündigen. Das muss die Stadt übernehmen.

Chronologie

- Ende Februar 2016 Der Verein «BikeAttrAktiv» gibt öffentlich bekannt, dass er einen Pumptrack realisieren möchte.

- Ende März 2016 Die Stadt Brugg unterstützt die Idee eines Pumptracks. Eine Parzelle im Schachen, neben den Trainingsfeldern des FC Brugg, erfüllt die Anforderungen.

- Ende Mai 2016 Der Verein «BikeAttrAktiv» reicht das Baugesuch ein. Gleichzeitig läuft die Sponsorensuche.

- Ende August 2016 Es sind Einwendungen gegen den geplanten Pumptrack eingegangen. Darin geht es vor allem um die Abfallentsorgung. Gemeinsam mit der Stadt Brugg arbeitet der Verein «BikeAttrAktiv» ein Abfallkonzept aus. Die Suche nach finanzieller Unterstützung geht weiter.

- Mitte Dezember 2016 Die Baubewilligung für den Pumptrack im Brugger Schachen ist da. Zudem profitiert der Verein «BikeAttrAktiv» von der finanziellen Unterstützung der Neuen Aargauer Bank, die mit ihrer Charity-Aktion die Realisierung des Pumptracks mit 30 000 Franken unterstützt.

- Ende Februar 2017 Der Pachtvertrag mit dem Landwirt, der die betroffene Parzelle bewirtschaftet, ist noch nicht gekündigt.

- Sommer 2017 Der Verein «BikeAttrAktiv» hofft, dass der Pumptrack im Sommer 2017 eingeweiht werden kann.

Landwirt ist zuverlässiger Partner

Auf eine Anfrage der az bei der Stadtkanzlei antwortet Daniel Rohrer, Leiter Projekte & Controlling: «Mit dem jetzigen Pächter hat die Stadt Brugg einen langjährigen, zuverlässigen Vertragspartner. Daher soll der Pachtvertrag erst gekündigt werden, wenn die Realisierung des Pumptracks gesichert ist.» Damit werde erreicht, dass die Bewirtschaftung der Parzelle für den Landwirt planbar ist. Wann genau der Pachtvertrag nun gekündigt wird, ist offen. Rohrer betont, dass klar sein müsse, dass der Pumptrack realisiert werden könne.

Die Vertreter des Vereins «BikeAttrAktiv» sind zuversichtlich, dass es mit dem Bau und der Eröffnung im Sommer klappt. Die Bauzeit für den Track betrage nur rund zwei Wochen. Zudem hat das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Brugg finanzielle Unterstützung angeboten, genauso wie der Verein Umsetzer, der zum Ziel hat, Lauffohr und Umgebung zu beleben. «BikeAttrAktiv» hat in der Zwischenzeit auch ein Bauunternehmen gefunden, das bei der Realisierung des Baus hilft. Ein positives Ende ist also absehbar.

Vorläufig keine Velogarage

Ein anderes Velo-Projekt allerdings wird auf die lange Bank geschoben. Keine erfreulichen Neuigkeiten hatte Pro-Velo-Präsident Hörby Künzi zur geplanten Velogarage Bike Loft – ein flexibles, effizientes und komfortables Velopark-System ohne störende Wartezeiten, das den begrenzten Raum effizient nutzen kann. Perfekter Ort für dieses System wäre der Bahnhof Brugg auf Windischer Seite, gleich neben dem Campus der Fachhochschule. Die SBB und der Kanton sagten ihre finanzielle Unterstützung zu. Doch nun ist die Realisierung des Projekts höchst unsicher. Die Finanzierung seitens der Fachhochschule habe nicht geklappt, sagte Hörby Künzi am Mittwochabend. «Das ist eine traurige Nachricht, denn wir waren zuversichtlich, dass es klappt.»

Doch Pro Velo wartete an der GV auch mit guten Neuigkeiten auf. So wird am 1. April zum 30. Mal die Velobörse durchgeführt. Grossen Anteil daran hat der Windischer Ruedi Müller, der am Mittwochabend nach jahrzehntelangem Einsatz mit grossem Applaus aus dem Vorstand verabschiedet wurde. Weiter will sich Pro Velo auf das Anbieten von Fahrkursen für Eltern und Kinder fokussieren.

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