Brugg
Trockensteinmauern schützen vor Steinschlag

Ökologisch wertvoll sind die Trockensteinmauern, die im Bereich der Hexenplatzwiese geplant sind. Sie dienen als Ersatz für den alten Steinschlagzaun.

Michael Hunziker
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Aufwertungsmassnahme: Unterhalb des Hexenplatzes sind in den letzten Jahren bereits Trockensteinmauern realisiert worden.

Aufwertungsmassnahme: Unterhalb des Hexenplatzes sind in den letzten Jahren bereits Trockensteinmauern realisiert worden.

Michael Hunziker

Vom Brugger Hexenplatz aus bietet sich eine prächtige Sicht über die Altstadt bis zur Nachbargemeinde Windisch. An der steilen Böschung unterhalb des beliebten Ausflugsziels sind in den letzten Jahren Trockensteinmauern erstellt worden. Ein aufwendiges Unterfangen mit einer langen Vorgeschichte zwar, aber: Die Aufwertungsmassnahme bietet nicht nur Lebensraum für Kleintiere, sondern auch Schutz vor Steinschlag. Bei einer Begehung Ende 2013 war die Rede von einem schönen Beispiel für Landschaftsschutz und Naturvernetzung.

Die Stadt plant jetzt, in weiteren Schritten den noch vorhandenen alten Steinschlagzaun soweit möglich zu entfernen und stattdessen mehrere zusätzliche Trockenmauern und Faschinen zur Befestigung der Böschung zu realisieren – als ökologisch und landschaftsästhetisch wertvoller, verträglicher Ersatz, sagt Bernhard Barmet, Projektleiter Planung und Umwelt bei der Abteilung Planung und Bau in Brugg.

Bis zu 27 Meter lang

Die Arbeiten, fährt Barmet fort, seien Teil des Steinschlagkonzepts, das 2012 erstellt und 2015 revidiert wurde. Es hat zum Zweck, den bestehenden Steinschlagzaun durch zonenkonforme Massnahmen zu ersetzen. Der alte Maschendrahtzaun dient dem Schutz der tiefer liegenden Privatparzellen und Liegenschaften vor herabrollenden Steinen. Zu solchen Ereignissen kam es 2001 und 2009.

Etappenweise vorgesehen sind Trockensteinmauern von bis zu 27 Metern Länge und Höhen von bis zu 1,5 Metern sowie Faschinen von bis zu 35 Metern Länge und Höhen von bis zu 1,8 Metern. Der Start der Arbeiten ist diesen Frühling geplant, die zweiten und dritten Etappen sollen im nächsten Jahr folgen.

Wichtig ist die Erfolgskontrolle

Gerechnet wird mit Kosten von insgesamt rund 66 000 Franken. Die Einwohnergemeinde Brugg, die als Bauherrschaft auftritt, könne mit Beiträgen von Dritten rechnen, sagt Barmet.

Die Parzellen am Bruggerberg befinden sich in der Naturschutzzone Magerwiese. In dieser sei ein Steinschlagzaun nicht bewilligungsfähig, weil er eine Anlage darstelle, die nicht direkt dem Naturschutz diene, erklärt Barmet. Wichtig sei, dass durch die vorgesehenen Massnahmen die Bewirtschaftung der Magerwiese nicht erschwert wird. Ein besonderes Augenmerk gelte überdies der Erfolgskontrolle. «Diese läuft seit 2015 und soll verlässliche Erkenntnisse über die Verringerung der Steinschlaggefahr bringen, damit die nicht mehr benötigten Teile des bestehenden Steinschlagzauns möglichst rasch rückgebaut werden können», fasst Barmet zusammen.

Das Baugesuch liegt bis 28. März auf der Abteilung Planung und Bau auf.