Brugg
Trio vor Gericht: Es geht um kiloweise Marihuana und 5 Indoor-Plantagen

Drei Beschuldigte standen wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Bezirksgericht Brugg. Dieses verurteilte zwei der drei Angeklagten. Der Haupttäter dagegen muss noch einmal vor Gericht erscheinen.

Louis Probst
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Einer der Angeklagten soll bei fünf Indoor-Hanfanlagen seine Finger im Spiel gehabt haben. (Symbolbild)

Einer der Angeklagten soll bei fünf Indoor-Hanfanlagen seine Finger im Spiel gehabt haben. (Symbolbild)

Keystone

Wie die typischen Kiffer – wenn es die denn überhaupt geben sollte – sahen sie nicht gerade aus, die drei Männer im mittleren Alter, die sich vor dem Bezirksgericht Brugg wegen Betäubungsmitteldelikten zu verantworten hatten. Dem Trio war es allerdings auch weniger um den Konsum als um die Produktion von Marihuana gegangen. Im Mittelpunkt der Anklage stand der Betrieb von Indoor-Hanfplantagen.

Dem Angeklagten A (Initial geändert) warf die Staatsanwaltschaft vor, über mehrere Jahre in Brugg und in Wettingen je eine Indoor-Hanfplantage betrieben zu haben. Als die Polizei auf die Anlagen stiess, umfasste die Plantage in Brugg 102 erntereife Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt von rund 11 Prozent und die Anlage in Wettingen 245 Pflanzen mit Blüten sowie 824 Pflanzen ohne Blüten. Gemäss Anklage hatte der Beschuldigte mehrere Ernten eingebracht und mehr als 5 Kilo Marihuana an der Langstrasse in Zürich vertickt.

Zusammen mit einem Mann, der ihm auch – fachmännisch, wie die Staatsanwaltschaft anerkennend feststellte – die elektrischen Installationen in den Plantagen betreute, hatte A zudem in Lengnau eine Indoor-Anlage mit 337 Stecklingen und zusammen mit dem Mitangeklagten B (Initial geändert) in Schinznach-Dorf eine weitere Indoor-Hanfplantage betrieben. Vorgeworfen wurde dem Beschuldigten A schliesslich, rund 6 Kilo Marihuana aus der Produktion seiner Mitangeklagten sowie weitere Mengen Marihuana und eine Anzahl Hanfpflanzen verkauft zu haben.

Eine Art «Vertragsanbau»

Dem Beschuldigten B wurde zur Hauptsache vorgeworfen, gemeinsam mit A in Schinznach-Dorf eine Indoor-Hanfplantage betrieben zu haben, aus der eine Ernte von 2 Kilo Marihuana durch den Beschuldigten A an einen Dritten verkauft worden war.

Dem Beschuldigten C (Initial geändert) schliesslich wurde vorgeworfen, in Gebenstorf zwei Indoor-Hanfanlagen mit rund 250 respektive 208 Pflanzen betrieben und aus mehreren Ernten insgesamt 1,5 Kilo Marihuana an den Beschuldigten A verkauft zu haben. Gemäss den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte C gewissermassen als «Vertragspflanzer» für A gewirkt, indem er diesem die Setzlinge zum Stückpreis von 7 bis 10 Franken abkaufte und ihm wiederum die Ernte verkaufte.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, die drei Männer zur Hauptsache der Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig zu sprechen und A zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, B zu 13 Monaten sowie einer Busse von 1000 Franken und C zu 14 Monaten und einer Busse von 800 Franken zu verurteilen. Weil alle drei Beschuldigten die ihnen zur Last gelegten Sachverhalte anerkannt und sich mit den Strafanträgen einverstanden erklärt hatten, gelangte das sogenannte abgekürzte Verfahren zur Anwendung.

«In keinem Verhältnis»

Das Bezirksgericht sprach die Beschuldigten B und C einstimmig im Sinne der Anklage schuldig und verurteilte sie zu den von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafen. Im Falle des Beschuldigten A entschied das Gericht jedoch einstimmig, die Akten zur Durchführung eines ordentlichen Verfahrens an die Staatsanwaltschaft zurückzuschicken.

Wie Bezirksgerichtspräsidentin Franziska Roth dazu erklärte, würde nach Ansicht des Gerichtes eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten «in keinem Verhältnis zum deliktischen Wirken» des Beschuldigten stehen.