Windisch
Treffpunkt Integration: Beim Zahlen haperts

Die Arbeit des Treffpunkts Integration wird geschätzt. Der Kostenverteiler ist dem Gemeinderat zwar ein Dorn im Auge, trotzdem soll die Pilotphase um ein Jahr verlängert werden.

Michael Hunziker
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Der Gemeinderat entscheidet an der kommenden Sitzung über die Zukunft des Treffpunkts Integration. (Symbolbild)

Der Gemeinderat entscheidet an der kommenden Sitzung über die Zukunft des Treffpunkts Integration. (Symbolbild)

Keystone

Über die Verlängerung der Pilotphase des Treffpunkts Integration sowie über den Kredit von 132 934 Franken entscheidet der Windischer Einwohnerrat an seiner kommenden Sitzung.

An den Zielen des Treffpunkts Integration hat sich laut Gemeinderat auch nach den ersten drei Jahren nichts geändert: Die Eltern sollen sozial und sprachlich besser integriert, die Kinder sprachlich gefördert werden. Weiter soll der Bedarf an therapeutischen Interventionen im Kindergarten und Primarschulalter abnehmen, die Anzahl der geglückten Schuleinstiege sowie der erfolgreich abgeschlossenen Schulkarrieren dagegen zunehmen.

In Windisch konnte durch die Tätigkeit des Treffpunkts Integration die Kommunikation zwischen Schule und Eltern verbessert werden. Die Eltern seien informierter, stellt der Gemeinderat fest. Die Kinder und Jugendlichen würden durch die Eltern besser auf die Schule vorbereitet und die Lehrpersonen schliesslich würden entlastet.

Damit nicht genug: 2012 hätten auf persönliche Einladung des Treffpunkts Integration viele ausländische Neuzuzüger am Neuzuzügerabend begrüsst werden können. Dank dem Einsatz und der Mitarbeit der Vernetzerinnen seien sie mit Mitgliedern der Behörde und der Verwaltung aber auch untereinander ins Gespräch gekommen, so der Gemeinderat. «Es war ein äusserst bereichernder multikultureller Gemeindeabend. Sehr erfreulich war auch, dass geschaffene Kontakte auf privater Basis weitergepflegt wurden.»

Ebenfalls immer wieder mit der «guten und wichtigen» Tätigkeit des Treffpunkts Integration konfrontiert werde die Einbürgerungskommission. «Gerade Familienfrauen werden durch das Angebot in ihren Bemühungen die deutsche Sprache besser zu erlernen und sich in die schweizerischen Gepflogenheiten zu integrieren positiv unterstützt», führt der Gemeinderat aus.

Grösster Anteil für Windisch

Den Kredit von 235 000 Franken für die dreijährige Pilotphase genehmigte der Einwohnerrat im Oktober 2011. Aber: Der Gemeinderat Windisch stellte in der Folge «auch in diesem Bereich einmal mehr» fest, dass die Nachbargemeinden nicht zu einer Mitarbeit gezwungen werden können.

«Nach intensiven Bemühungen, vielen Sitzungen, Diskussionen und Gesprächen ist es gelungen, die Stadt Brugg und die Gemeinden Birr und Hausen, mit zugesicherten Beiträgen jeweils für ein Jahr, in die Arbeit des Treffpunkts Integration einzubinden.» Für das Jahr 2015 liegen die Zusagen von Birr, Hausen und Brugg vor.

Im April dieses Jahres konnte mit dem kantonalen Amt für Migration und Integration eine Absichtserklärung abgeschlossen werden. Die Gemeinde Windisch wird beauftragt, ein dezentrales Informations- und Beratungsangebot im Bereich Integrationsförderung für die Region Windisch-Brugg aufzubauen. Vorausgesetzt, der Einwohnerrat gibt grünes Licht, beteiligt sich der Kanton an den Kosten.

Allerdings: Trotz mehreren Gesprächen ist es laut Gemeinderat Windisch nicht gelungen, mit den bisher beteiligten Gemeinden den Kostenteiler für die Jahre 2015–17 ausgeglichener zu gestalten. Windisch müsse wie bis anhin den grössten Anteil übernehmen. Der Gemeinderat plant aus diesem Grund mit einem weiteren Übergangsjahr. «Gelingt es nicht, den Treffpunkt Integration finanziell breiter und ausgeglichener abzustützen, erwägt der Gemeinderat die Einstellung der Aktivitäten auf Ende 2015», hält die Behörde unmissverständlich fest.

Vorgesehen ist, mit den Partnergemeinden weitere Verhandlungen über einen neuen Kostenteiler zu führen. Es werde Aufgabe der Leiterin des Treffpunkts sein, mit den erbrachten Dienstleistungen die Stadt Brugg und die Gemeinde Birr längerfristig zu binden und die Trägerschaft wenn immer möglich durch zusätzliche Gemeinden zu erweitern. «Letztlich ist der Treffpunkt Integration nicht primär als Kostenstelle zu betrachten, sondern als Organisation, die sich im Dienste der Kinder für deren Chancengleichheit engagiert», so der Gemeinderat.

Einwohnerrat Windisch Mittwoch, 22. Oktober, und Mittwoch, 29. Oktober, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.