Coronavirus

«Tragt Masken, so können wir arbeiten»: So wirkt sich die Maskenpflicht auf Brugger Firmen aus

Seit dem 19. Oktober ist der Mundschutz in öffentlichen Innenräumen obligatorisch. Verschiedene Brugger Firmen erzählen von ihrem «neuen» Alltag.

«Eine Brille zu testen, macht wenig Sinn»

Der Beratungsprozess habe sich verändert. (Im Bild: Linsenspezialistin Selina Schwager (l.) und Augenoptikerin Sabrina Giacomini.)

Der Beratungsprozess habe sich verändert. (Im Bild: Linsenspezialistin Selina Schwager (l.) und Augenoptikerin Sabrina Giacomini.)

Moser Optik AG

«Für das Team hat sich wenig geändert», sagt Augenoptikerin Sabrina Giacomini. Seit dem Lockdown haben die Mitarbeitenden der Moser Optik AG immer wieder Mundschutz getragen. Neu sei, dass dieser nun auch bei Arbeiten ohne Kundenkontakt nötig ist. «Ausserdem haben wir unser Team in zwei Gruppen aufgeteilt, die nie gemeinsam vor Ort sind. Im Falle einer Ansteckung müssen wir so nicht alle in die Zwangsferien», erklärt Inhaber Matthias Moser.
Was sich verändert hat, ist der Beratungsprozess der Kundschaft. Moser sagt: «Mit Maske eine neue Brille auf die Optik zu testen, macht wenig Sinn. Darum geben wir gerne verschiedene Exemplare mit nach Hause. So kann die Familie bei der Auswahl helfen.» Brillenträgern gibt er zudem als Tipp auf den Weg: «Putzen Sie Ihre Gläser mit einem Foogy-Microfasertuch. Damit beschlagen sie trotz Maske über zehn Stunden lang nicht mehr.» (mre)

«Die Leute geben sich alle Mühe»

Verkäuferin Anna Gloor findet die Maskenpflicht nötig.

Verkäuferin Anna Gloor findet die Maskenpflicht nötig.

Mode Gloor

Es sei eine Kopfsache: Das Obligatorium empfindet Verkäuferin Anna Gloor als gewöhnungsbedürftige, aber nötige Pflicht. «Natürlich ist das ständige Maskentragen seltsam, aber aktuell geht es nicht anders. Da muss man einfach seine Einstellung ändern.» Um einen optimalen Schutz zu gewährleisten, macht man im Herrenmodegeschäft Gloor seine Kundinnen und Kunden nicht nur auf das korrekte Tragen der Maske aufmerksam: «Wir fordern auch zum regelmässigen Desinfizieren der Hände auf. Für Beratungen wird zudem die ganze Fläche des Geschäfts genutzt.»
Dies funktioniere gut und die Verkaufssaison sei zufriedenstellend gewesen. Widerstand gegen die Massnahmen gab es bisher keinen. Anna Gloor ergänzt: «Ab und zu hat jemand seine Maske vergessen. Dann stellen wir eine zur Verfügung. Die Leute geben sich aber fast alle Mühe.» Dies sei wichtig: «Tragt Masken, sonst geht die Pandemie noch viel länger. Und wir wollen lieber arbeiten.» (mre)

«Die Maske ist schon sehr einschränkend»

«Wir merken zwar schon, dass viele Anlässe wegfallen», sagt die Jung-Floristin. (Im Bild: Floristinnen Sandra Müller (l.) und Sabrina Coduri.)

«Wir merken zwar schon, dass viele Anlässe wegfallen», sagt die Jung-Floristin. (Im Bild: Floristinnen Sandra Müller (l.) und Sabrina Coduri.)

Blueme Kari

Alles wie immer, nur anstrengender: So beschreibt Floristin Sandra Müller den Alltag nach dem 19. Oktober. «Ich werde schneller müde und habe öfter Kopfschmerzen. Die Maske ist schon sehr einschränkend.» Glücklicherweise würde der Blumenladen Blueme Kari aber trotz der Mundschutzpflicht nicht viel weniger Kundschaft empfangen. «Wir merken zwar schon, dass viele Anlässe wegfallen», ergänzt Jung-Floristin Sabrina Coduri. Gleichzeitig habe sich aber die Anzahl Online-Bestellungen erhöht. (mre)

«Ich büsse 60 bis 70 Prozent Umsatz ein»

Der Restaurantbesitzer Vittorio Timpano äussert sich zur Maskenpflicht.

Der Restaurantbesitzer Vittorio Timpano äussert sich zur Maskenpflicht.

Trattoria Rotes Haus

Seit letzter Woche herrscht im Brugger Lokal Ausnahmezustand. «Über 200 Leute haben nach dem Entscheid des Bundes ihre Reservation wieder zurückgenommen. Ich büsse 60 bis 70 Prozent des Umsatzes ein», sagt Restaurantbesitzer Vittorio Timpano. Man würde sich natürlich an die geltenden Regeln halten und die Maskenpflicht durchsetzen. Aber es sei schwierig, das Geschäft zu halten. Darum setzt Timpano nun auf zusätzliche Angebote. Neu bietet die Trattoria Take-away und Lieferservice an. (mre)

«Gut, dass die Pflicht national ist»

«Die Leute wandern nicht mehr in einen anderen Kanton ab.», erzählt der Apotheken-Inhaber Rolf Krähenbühl.

«Die Leute wandern nicht mehr in einen anderen Kanton ab.», erzählt der Apotheken-Inhaber Rolf Krähenbühl.

TopPharm Apotheke am Lindenplatz

Masken sind im Gesundheitssektor keine Überraschung – so auch für die TopPharm Apotheke am Lindenplatz. Man würde seit dem Frühling regelmässig Maske tragen. Eigentlich seien sie sogar froh, dass die Pflicht nun national gelte, erklärt Inhaber und Apotheker Rolf Krähenbühl. «Die Leute wandern nicht mehr in einen anderen Kanton ab, weil dort kein Mundschutz nötig ist. Niemand hat mehr einen Vorteil aus der Krise.» Unter der Kundschaft findet das Maskentragen aber sowieso breite Akzeptanz. Nur eine Handvoll von Personen müsse man auf das Obligatorium aufmerksam machen. «Das Bewusstsein für die neuen Massnahmen ist klar da. Die meisten haben eine Maske dabei, vergessen aber manchmal, sie beim Reinkommen anzuziehen.» Grundsätzlich gebe es kaum weniger Besuche bei ihnen in der Apotheke vor Ort. Die Nachfrage nach Hauslieferungen sei dafür in der letzten Zeit gestiegen. (mre)

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