Der Tag im Garten beginnt mit einem gemütlichen Zmorge. Gipfeli, Konfi, Butter und Gemüse aus den eigenen Beeten stehen auf dem Tisch, die Frauen bedienen sich munter. Fünf von ihnen sind Migrantinnen, die anderen Schweizerinnen. Der Garten gehört zu «Heks Neue Gärten». Ziel ist es, durch die Gartenarbeit Flüchtlinge und Migrantinnen in die hiesige Gesellschaft zu integrieren.

Den Garten in Windisch, direkt hinter dem reformierten Pfarrhaus, gibt es bereits das dritte Jahr. Zwei Jahre dürfen die Frauen in der Gruppe bleiben, dann sollten sie genügend integriert sein und es werden neue aufgenommen. Zu Beginn des Projekts sprach Initiantin Ulrike Ehrhardt davon, für die Frauen dann eine Anschlusslösung zu suchen. Das kam aber nicht zustande. «Eine Frau wollte im Schrebergarten weitergärtnern, doch das hat nicht geklappt», sagt Ehrhardt. Bei den anderen Frauen bestand kein Bedarf für einen eigenen Garten.

Tomate für iranisches Gericht

Nach dem Zmorge machen sich die Frauen an die Arbeit. Ulrike Ehrhardt und Margrit Schaller, ebenfalls Initiantin, helfen den Frauen bei der Gartenarbeit, während die freiwillige Helferin Barbara Scheidegger sich um die drei anwesenden Kinder kümmert. So können ihre Mütter in Ruhe gärtnern. Das ist auch gut so, denn heute gibt es viel zu tun. Die Kartoffeln können geerntet werden, einige Tomaten, Gurken und Zucchetti sind ebenfalls reif. Jede Frau bewirtschaftet ein bis drei Beete, daneben gibt es Gemeinschaftsbeete, die alle zusammen betreuen und deren Erzeugnisse auch alle mitnehmen dürfen.

Ernten, jäten, plaudern: Im Heks-Garten hinter dem Pfarrhaus ist vieles möglich.

Ernten, jäten, plaudern: Im September 2016 im Heks-Garten.

Zahra erntet gerade ihre reifen Tomaten. Mit denen will sie später einen Salat oder ein Gericht aus dem Iran, ihrem Heimatland, machen. Sie ist seit fünf Jahren in der Schweiz und spricht gut Deutsch. Im Garten macht sie seit einem halben Jahr mit. «Im Iran habe ich nicht gegärtnert», sagt sie. Nun ziehe sie auf dem Balkon ihrer Wohnung selber Tomaten, Gurken und Kräuter. Auch die anderen Frauen sind stolz auf ihr Gemüse. Gegenseitig helfen sie sich auch, wenn es mal mit den deutschen Wörtern nicht so klappt. «Im Garten wird konsequent Hochdeutsch gesprochen», sagt Ulrike Ehrhardt. Der Garten soll nämlich nicht nur dazu dienen, den Frauen ein soziales Netzwerk zu ermöglichen, sondern sie sollen hier auch ihr Deutsch verbessern. Sogleich ermahnt Ehrhardt die zwei Mexikanerinnen Adriana und Nora, die auf Spanisch miteinander reden.

Ehrhardt ist zufrieden mit dem Gartenprojekt. «Es läuft fantastisch, jedes Jahr besser.» Mittlerweile hat sich auch der Boden wieder erholt. Dieser war zu Beginn des Projekts ausgelaugt gewesen, nun hat er dank der Düngung mit Kompost wieder mehr Nährstoffe. «Nur Randen wachsen hier nicht, dafür ist der Boden nicht geeignet», so Ehrhardt. Ansonsten fallen die Ernten aber reichhaltig aus, und das ohne chemischen Dünger. «Das ist ein biologischer Garten», sagt Ehrhardt, dann wendet sie sich wieder ihren Schützlingen zu.