Kurz vor Weihnachten stehen bei vielen Leuten etliche Termine an: Die letzten Geschenke und Zutaten fürs Festessen müssen besorgt werden, am Arbeitsplatz gibt es vor dem Jahresende zahlreiche Pendenzen zu erledigen und je nach dem steht noch eine Reise bevor. Da käme eine Grippeerkrankung höchst ungelegen. Und trotzdem müssen in diesen Tagen bereits einige kurzfristig das Bett hüten. Die Medien berichten, dass die Grippewelle diesen Winter früher in der Schweiz angekommen ist als in den beiden Jahren zuvor.

Wie sieht die Situation in der Region Brugg aus? Rolf Krähenbühl, Inhaber der Toppharm Apotheke am Lindenplatz, sagt: «Da die Grippewelle den Aargau und die Region Basel noch nicht im grossen Stil erfasst hat, stellen wir vor allem fest, dass sich die Erkältungen häufen.» Eine Grippe könne sich aber innert wenigen Stunden mit starken Gliederschmerzen und Fieber bemerkbar machen. Meist breite sich die Grippewelle von Westen her über die Schweiz aus. Aktuell gebe es aber bereits zahlreiche Fälle im Osten, erklärt Rolf Krähenbühl.

Reisende verschleppen Viren

Während dem Vorweihnachtsstress stehe der Körper unter Anspannung und erbringe in der Regel noch die volle Leistung. «Sobald sich der Körper aber in einer Ruhephase befindet, können sich schnell Schwächezeichen bemerkbar machen», so der Apotheker weiter. Dazu komme, dass über die Festtage viele Leute im ganzen Land unterwegs seien, was die Verschleppung von Grippeviren begünstigt.

Nur schon um Erkältungen vorzubeugen, rät Krähenbühl als einfache Methoden, stets genug zu trinken, auf optimale Luftfeuchtigkeit zu achten, sich warm anzuziehen und beim Alkohol Mass zu halten. Wichtig sei zudem, nicht in die Hand zu niesen oder zu husten, sondern dafür die Armbeuge zu nutzen. Der Apotheker ruft auch die während der Zeit der Schweinegrippe gut befolgten und sehr nützlichen Hygiene-Massnahmen in Erinnerung wie Mundschutz und häufiges Händewaschen und -desinfizieren.

Grippeimpfung in der Apotheke

Zusammen mit den unabhängigen Apothekern aus Brugg, Lupfig, Schinznach-Dorf und Windisch betreibt Krähenbühl auch die Apotheke Süssbach im ehemaligen Bezirksspital. Zum ersten Mal beteiligte sich diese Apotheke, die auch den Notfalldienst für die Region Brugg abdeckt, an der Grippeimpfung-Kampagne des Aargauischen Apothekerverbands. An zwei Tagen Ende Oktober und Anfang November wurden nach Anmeldung knapp 50 Personen in der Apotheke von einer Ärztin gegen Grippe geimpft. «Mit diesem Start sind wir zufrieden. Vielleicht war der Zeitpunkt allerdings etwas zu früh gewählt», sagt Rolf Krähenbühl. Der nationale Grippeimpftag fand etwas später am 11. November statt. Fest steht laut Rolf Krähenbühl bereits, dass sich die Apotheke Süssbach nächstes Jahr wieder an dieser Kampagne beteiligen wird. Die Impfung machen Ärzte aus der Region Brugg. Noch offen ist allerdings, ob es mehr Termine geben wird und diese datummässig nach hinten verschoben werden.