Jura Ost
Tiefenlager: Viele Fragen vor Versammlung der Regionalkonferenz offen

Die Suche nach dem geeignetsten Oberflächenstandort eines geologischen Tiefenlagers geht in die nächste Runde. Am Donnerstag treffen sich die Mitglieder der Regionalkonferenz zur Vollversammlung. Dabei sind viele Fragen offen.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
So könnte sich die Oberflächenanlage als Eingangspforte zum geologischen Tiefenlager im Gebiet Jura Ost präsentieren.Visualisierung/ZVG

So könnte sich die Oberflächenanlage als Eingangspforte zum geologischen Tiefenlager im Gebiet Jura Ost präsentieren.Visualisierung/ZVG

Soll das geologische Tiefenlager mittels Schacht oder Rampe zugänglich sein? Ist der Bözberg für die Lagerung des Atommülls geeignet? Macht das Sachplanverfahren Sinn? Hat die Region überhaupt ein Mitspracherecht?

Zur langfristigen Lagerung von hoch-, schwach- und mittelaktivem Abfall sind unzählige Fragen offen.

Am Donnerstag, 7. März, treffen sich die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost (siehe Box) zu ihrer sechsten Vollversammlung.

Regionalkonferenz Jura-Ost

Die Regionalkonferenz Jura Ost wurde im Juni 2011 gegründet und umfasst 95 Personen aus den 49 Gemeinden des Planungsperimeters. Die Aufgabe des «Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager» ist, in der Schweiz einen dauerhaft sicheren Standort für die Lagerung radioaktiver Abfälle in einem geologischen Tiefenlager zu finden. Die Regionalkonferenzen vertreten die Interessen der Regionen und diskutieren die Vorschläge der Nagra. Aktuell läuft die zweite Etappe, in der geeignete Standorte für Oberflächenanlagen für potenzielle Tiefenlager gesucht werden. Ziel der Regionalkonferenz Jura Ost ist, bis Ende April den besten Oberflächenstandort für das Tiefenlager im Bözberg zu finden. (CM)

21 Anträge sind eingegangen

Hauptthema an der Konferenz ist nach wie vor die Bewertung der Oberflächenstandorte. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) schlug im Januar 2012 vier Standorte im Gebiet Jura Ost für Oberflächenanlagen vor.

Nachdem die Fachgruppe Oberflächenanlage (FG OFA) die ersten Zwischenresultate ihrer Bewertung an der Regionalkonferenz im November 2012 erläutert hatte und sich noch keine klare Empfehlung abzeichnete, waren alle Mitglieder aufgefordert, Änderungs- oder Ergänzungsanträge zu stellen.

Der Kanton hatte als Alternative zum Standort in Bözen/Effingen das Gebiet Station Effingen ins Spiel gebracht (JO-2a). Die FG OFA wollte eine neue Option beim Standort Villigen (JO-3+) genauer prüfen lassen.

Zu diesem Zweck fand im Januar beim Paul-Scherrer-Institut eine Erschütterungsmessung statt. Über den die Resultate die ergänzenden Untersuchungen werden die Mitglieder an der Konferenz informiert.

Die FG OFA und das Leitungsteam haben die 21 eingegangen Anträge – darunter 6 von Mitgliedern aus Deutschland – behandelt und jeweils eine Abstimmungsempfehlung formuliert.

«Die meisten Anträge beziehen sich nicht spezifisch auf die Bewertung der zur Diskussion stehenden Oberflächenanlagen. Für allgemeine Verfahrens- und Sicherheitsfragen sind die Regionalkonferenzen nicht zuständig», sagt Gerry Thönen, Leiter der Geschäftsstelle Regionalkonferenz Jura Ost.

Güterkorridor wird berücksichtigt

Einzig beim Antrag des Gemeinderats Hornussen empfehlen FG OFA und Leitungsteam, dem Begehren zuzustimmen.

Das Risiko des Eisenbahnhgüterkorridors oberhalb der diskutierten Oberflächenanlage in Hornussen (JO-1) und das entsprechende Gefahrenpotenzial seien zwingend in die Bewertung aufzunehmen, fordern die Hornusser. Die FG OFA hält das Anliegen für berechtigt und wird die neue Bewertung an der Konferenz präsentieren.

In 7 Fällen schlagen Fachgruppe und Leitungsteam vor, auf die Abstimmung zu verzichten, weil die Anliegen bereits erfüllt worden seien.

So wurde etwa das Areal Bahnhof Effingen ins Bewertungsraster aufgenommen worden. Die Resultate der anderen Regionen würden nach Bewertungsabschluss öffentlich, sodass auch die Transparenz gewährleistet sei, heisst es in den Begründungen. 13 Anträge werden zur – bedingten – Ablehnung empfohlen.

Zur Gesamtbeurteilung gehören die Ergebnisse des Bewertungsinstruments sowie allfällige ergänzende Abklärungen zum Sachverhalt vor Ort.

«Das Thema Schacht-Rampe stösst bei einigen Mitgliedern nach wie vor auf grosses Interesse», heisst es in der Einladung zur Konferenz. Ein Tunnelbauspezialist und Vertreter der Aufsichtsbehörde Ensi werden zu diesem Thema informieren.

Aktuelle Nachrichten