Regionalkonferenz Jura Ost

Tiefenlager für radioaktive Abfälle: Die Stellungnahme liegt im 2020 vor

Das Gebiet Jura Ost rund um den Bözberg ist ein möglicher Standort für ein Atommüll-Tiefenlager. In der Regionalkonferenz reden auch Deutsche mit.Fotomontage KEY

Das Gebiet Jura Ost rund um den Bözberg ist ein möglicher Standort für ein Atommüll-Tiefenlager. In der Regionalkonferenz reden auch Deutsche mit.Fotomontage KEY

Regionalkonferenz Jura Ost befasst sich mit Oberflächeninfrastrukturen für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

Intensive Debatten zeichnen sich ab für die Regionalkonferenz Jura Ost. Derzeit wird die provisorische Stellungnahme ausgearbeitet zu den Oberflächeninfrastrukturen, die erstellt werden müssen für den Bau und den Betrieb eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle. Therese Brändli von der zuständigen Fachgruppe ging an der Versammlung am Donnerstagabend im Brugger Salzhaus auf den Planungsstand ein.

Zur Erinnerung: Die Suche nach Standorten für Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist ge­regelt durch den «Sachplan ­geologische Tiefenlager». In der laufenden Etappe drei werden die Oberflächeninfrastrukturen konkretisiert. Die Interessen der Region Jura Ost vertritt die Regionalkonferenz.

Verpackungsanlagen sind ebenfalls ein Thema

Nach der Vollversammlung im September, an der das Bewertungsinstrument genehmigt wurde, hat die Fachgruppe gemeinsam mit der Fachbegleitung die Grundlagen zusammengestellt. Als Basis dienten die Dokumentationen der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) sowie die Erkenntnisse, die bei Begehungen der Standorte gewonnen werden konnten, hielt Therese Brändli fest. In der Folge haben die einzelnen Fachgruppenmitglieder die Online-Bewertungen der Standortvorschläge vorgenommen.

Die Fachbegleitung hat die Antworten gesammelt und zusammengefasst, führte Reto Porta aus. Eine grosse Bedeutung habe das Kommentarfeld, fügte er an. Denn neben der rein numerischen Bewertung einfliessen werden die Fragen, Nachforderungen, Begründungen oder Optimierungs- und ­Änderungsvorschläge der Mitglieder. Ziel sei es, die provisorische Stellungnahme an der nächsten Vollversammlung im März 2020 präsentieren zu ­können.

Eine überregionale Diskussion geführt wird im nächsten Jahr ebenfalls zum Standort der externen Verpackungsanlage für den radioaktiven Abfall. Ueli Müller, Präsident der Regionalkonferenz Jura Ost, verwies auf die lange Vorgeschichte und die Meinungen, die teilweise komplett auseinandergehen. «Wir wollen wissen, wie es die Regionalkonferenz Jura Ost sieht.»

Der Gewässerschutz sorgt für Emotionen

Ein weiteres Thema, das für Emotionen sorgt, sind die Fragen rund um den Gewässerschutz. Der Bund wolle mit einem Argumentarium dazu beitragen, dass der Gewässerschutz gebührend berücksichtigt wird, ohne dass deswegen andere raumplanerische Interessen vernachlässigt werden, erklärte Niklaus Schranz vom Bundesamt für Energie (BFE).

Die Aussage, dass die Oberflächeninfrastrukturen bezüglich Gewässerschutz keine besondere Gefährdung darstellen sollen, stiess einigen Anwesenden sauer auf. Max Chopard sprach von einem einseitigen Vortrag. Er sei enttäuscht und erschüttert.

Gewählt haben die 70 anwesenden Mitglieder – von insgesamt 99 – an der rund zweistündigen Versammlung auch die BDO AG aus Aarau als Revisionsstelle.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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