Bözberg
Tiefbohrung rund um die Uhr: Deshalb lärmt es nachts im Wald

Für Bohrloch-Tests kehrten Vibrationsfahrzeuge auf den Bözberg zurück. Nach Abschluss der Bohrarbeiten finden voraussichtlich Mitte Oktober in der Tiefbohrung Bözberg 1 nochmals seismische Messungen statt.

Claudia Meier
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Die Fahrzeuge sind vom deutschen Unternehmen DMT.

Die Fahrzeuge sind vom deutschen Unternehmen DMT.

Alex Spichale

Vor fünf Jahren führte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) seismische Messungen im Standortgebiet Jura Ost durch. Am letzten Donnerstag sind zwei der damals eingesetzten Vibrationsfahrzeuge auf den Bözberg zurückgekehrt und zwischen Passhöhe und Vierlinden – nur wenige Meter vom Bohrplatz Bözberg 1 entfernt – stationiert worden. Der Grund dafür ist, dass bei einer Tiefbohrung nicht nur Gesteinsproben (Bohrkerne) an die Oberfläche geholt, sondern auch verschiedene Tests im Bohrloch durchgeführt werden. Dazu gehören seismische Messungen.

Nagra-Sprecher Felix Glauser erklärt: «Dabei werden mit Vibrationsfahrzeugen, oder kleinen Sprengladungen, schwache Schwingungen in den Boden geschickt, welche dann im Bohrloch in verschiedenen Tiefen gemessen werden.» Die so gewonnenen Daten helfen dabei, die im Winter 2015/16 durchgeführte 3D-Seismik besser auswerten zu können.

Mit der aktuellen Bohrlochtiefe auf dem Platz Bözberg 1 können die Messgeräte so im Bohrloch platziert werden, dass die Nagra optimale Messdaten über den Opalinuston bekommt.

Im Oktober und Dezember kommen Fahrzeuge wieder

Die Tiefbohrung findet grundsätzlich rund um die Uhr statt. Bei der Planung der seismischen Messungen hat die Nagra aber darauf geachtet, dass Messungen in der Nähe von Wohnhäusern nur tagsüber durchgeführt werden. Nach dem Start am Dienstagmorgen dauerte die Datenaufnahme rund eineinhalb Tage. «Entsprechend fielen die Messungen im Wald auf die Nacht», so Glauser. Die Fahrzeuge aus Deutschland wurden am Mittwoch wieder abtransportiert.

Nach Abschluss der Bohrarbeiten finden voraussichtlich Mitte Oktober in der Tiefbohrung Bözberg 1 nochmals seismische Messungen statt. Vibriert werde dann nur noch beim Bohrplatz, sagt Glauser. Auch beim Bohrplatz Bözberg 2 werden später seismische Messungen im Bohrloch durchgeführt. Diese sind derzeit für Anfang Dezember vorgesehen.

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