Schinznach-Bad

Thermalbad: «Wir wollen nicht die Grössten, aber die qualitativ Besten sein»

«Qualitativ wollen wir die Besten im Aargau sein»: Hans-Rudolf Wyss (links) und Daniel Bieri. Annika Bütschi

«Qualitativ wollen wir die Besten im Aargau sein»: Hans-Rudolf Wyss (links) und Daniel Bieri. Annika Bütschi

Das Jahr 2012 stand für die Unternehmensgruppe Bad Schinznach AG im Zeichen des neu eröffneten Thermi spa. Die Geschäftsleitung zeigt sich zufrieden. «Wir sind gut unterwegs».

Wenn viele Menschen die Nase krausziehen, frohlockt die Bad Schinznach AG: Sie schätzt trübes Wetter, weil dann ihre Bäderbetriebe – Aquarena fun und das 2012 eröffnete Thermi spa mit einer Bausumme von 25,39 Millionen Franken – rege benutzt werden.

Und dies so sehr, dass Daniel Bieri (Vorsitzender der Geschäftsleitung) erneut von einer markanten Frequenzsteigerung berichten kann: «Ende April 2013 wird das Aquarena fun eine Steigerung von 5 Prozent gegenüber 2012 verzeichnen; das Thermi spa und die Sauna werden sogar 20 bis 25 Prozent besser besucht sein als im Vorjahr.»

Aber nicht nur Bade-, sondern auch Sportfans kommen auf ihre Rechnung: Die 9-Loch-Kurzgolfanlage Pitch & Putt findet breiten Anklang.

Genauso wie das Eisfeld, das – nach fast 100-jährigem Dornröschenschlaf – wieder aufgebaut wurde und von Dezember 2012 bis Februar 2013 rund 5000 Besucher anlockte. Eine weitere, gute Nachricht: Es wird 2013/14 ein zweites Eisfeld geben.

Hans-Rudolf Wyss, Präsident des Verwaltungsrates, bringt auf den Punkt, worauf es der Unternehmensgruppe Bad Schinznach AG ankommt: «Wir wollen nicht die Grössten, aber die qualitativ Besten im Aargau sein.» Der Geschäftsbericht 2012 belegt laut Wyss, «dass wir gut unterwegs sind» (siehe Box).

Weniger Gäste im Kurhotel

Während der Bäderbereich primär von Tagesgästen lebt, leben die Privatklinik mit einer Auslastung von über 90 Prozent und das Kurhotel mit einer solchen von 70 Prozent von länger bleibenden Gästen.

Obgleich das Viersternehotel, in malerischer Uferlandschaft entlang der Aare gelegen, eine Kombination genüsslicher Ferien mit Kurmöglichkeiten anbietet, wurde es auch 2012 weniger oft aufgesucht: Tendenz sinkend.

«Deshalb überlegen wir uns, ob wir den Klinikbereich zulasten des Hotelbereiches ausbauen wollen.» Dabei soll es sich aber nicht um einen grossen Abbau, sondern um eine Reduktion von etwa 10 Zimmern handeln.

Für die Privatklinik Im Park verlief 2012 erfolgreich: Die geleisteten Pflegetage konnten erstmals auf 19 000 erhöht werden. Wyss: «Damit liegen wir schon jetzt sehr nahe an unserer Kapazitätsgrenze.»

Das Erreichen dieser Grenze zeige aber, dass der Ruf als qualitativ hochstehende Reha-Klinik weiterhin intakt sei. Diesen wolle man weiter fördern. Und wo drückt der Schuh? Beim starken Preisdruck im Bereich der Kliniktarife.

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