Villigen

Theaterverein Villigen: Einige werden höllisch nervös

Während Markus Walther mit seiner Freundin Katrin streitet, betet Hausherr Hermann, dass seine Affäre unentdeckt bleibt.

Während Markus Walther mit seiner Freundin Katrin streitet, betet Hausherr Hermann, dass seine Affäre unentdeckt bleibt.

Der Theatergruppe stellt sich in der Komödie «Irgendwo im Nirgendwo» die Frage: Himmel oder Hölle?

So schnell kanns gehen: Programmierer Markus Walther (Peter Wülser) will zu seiner Freundin Katrin Stutz (Angelika Steigmeier), um deren Eltern kennenzulernen. Doch soweit kommt es nicht: Markus Walther hat einen tödlichen Verkehrsunfall. Blutüberströmt bahnt er sich den Weg an den Gästen vorbei durch die Turnhalle Erbslet in Villigen.

Auf der Bühne sitzt bereits Frau Düvell (Renate Steffen) am Laptop. Die Rothaarige im schwarz-roten Kleid will den neuen Kunden für ihre Institution gewinnen, doch dies lässt Herr Engelen (Heinz Geissberger) nicht zu. Der Lebensverlauf von Markus Walther ist nicht eindeutig, die beiden müssen entscheiden: Himmel oder Hölle?

«Wo bin ich hier eigentlich», fragt Markus Walther. «Irgendwo im Nirgendwo», lautet die Antwort. Um definitiv festzustellen, wohin seine Reise gehen soll, wird er für 24 Stunden zurück auf die Erde geschickt. Einzige Auflage: Er muss stets die Wahrheit sagen. Beeindruckend, wie Peter Wülser seine vielen Textpassagen als Markus Walther im ersten Akt beherrscht.

«Affengeile Familienparty»

Nervös läuft Doris Stutz (Eva Telli) in der Stube auf und ab, büschelt ihre Sonnenblumen neu. Als der Schwiegersohn in spe eintrifft, ist sie zunächst hocherfreut. Doch warum verhält sich der neue Freund ihrer Tochter so merkwürdig? Herrlich, wie Eva Telli die nervöse, besorgte und später geschockte Doris Stutz spielt.

Frau Düvell und Herr Engelen, die nur Markus Walther sehen kann, haben es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. «Ihr macht mich höllisch nervös», sagt er zu den beiden. Und Frau Düvell meint dazu: «So herzig, der spricht schon in meinem Dialekt.» Auch René Baumann alias Grillmeister Peter Müller spielt seinen Part witzig – er jagt verschwundenen Würsten hinterher und versucht herauszufinden, mit wem ihn seine Frau Stefanie (Marie Turk) betrügt.

Amüsant wirds, als Markus Walther auf Katrins Vater Hermann (Georg Süss) trifft: Mit «Lahmarsch» begrüsst Hermann Stutz den jungen Mann, worauf dieser zu seiner Freundin sagt: «Das ist der mit dem Potenzschlitten.» Affären kommen ans Licht, Gekreische und Wutanfälle sind die Folge. «Das ist eine affengeile Familienparty», sagt Frau Düvell. Dann fällt ihr etwas auf . . .

Jacqueline Schwarz führt zum siebten Mal Regie. Sie zeigt sich zufrieden mit den Darstellerinnen und Darstellern. Seit 1997 gibt es den Theaterverein Villigen, der aus dem Turnverein heraus entstanden ist. Jacqueline Schwarz spielt seit fast 30 Jahren Theater, hat auch Regiekurse und Weiterbildungen besucht. «Das Theaterspielen ist ein Hobby, fast eine Sucht. Bei uns sind alles Angefressene dabei», sagt sie.

«Irgendwo im Nirgendwo» wird am
Freitag, 11. März, und am Samstag, 12. März,
um 20 Uhr in der Turnhalle Erbslet in Villigen gezeigt.

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