Riniken
Theaterfreaks feiern mörderische Premiere

Am Freitagabend steht eine anspruchsvolle Kriminalkomödie an.

Deborah Bläuer
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Ferngläser sind eine tolle Erfindung. Vogelkundler studieren damit das Brutverhalten der Vögel; Wanderer schauen, ob der braune Punkt in der Felswand ein Steinbock ist und manche Damen beobachten damit den gutaussehenden Nachbarn. Zumindest tun das die Schauspielerinnen vom Verein Theaterfreaks Riniken in ihrem neusten Stück «De Elefant im Porzellanlade».

Die Premiere ist heute Abend in der Turnhalle Riniken. «Ich habe ein gutes Gefühl», sagt Rolf Schär, der Präsident der Gruppe, und blickt zuversichtlich auf die bevorstehenden Aufführungen. Er ist froh um die Unterstützung vom Verein «rinikenLive», der die Reservierungen entgegennimmt und das Catering organisiert.

Das Werk des Amerikaners C.B. Gilford ist das dritte Spiel, das die Theaterfreaks aufführen. Sie hoffen, dass das Publikum auch dieses Jahr begeistert sein wird und dass es heisst: «Bei der nächsten Aufführung kommen wir wieder.» Die vierköpfige Kommission, die das Stück ausgesucht hat, war jedenfalls auf Anhieb überzeugt von der lustigen und ungewöhnlichen Kriminalkomödie. Inhaltlich ist sie weit entfernt von einer Liebesromanze und trotzdem geht es um das Interesse an einem Mann.

Mimik und Gestik sind wichtig

Allerdings sei «De Elefant im Porzellanlade» sehr anspruchsvoll, sind sich Schär und die Regisseurin Judith Aranya einig. Da der Schauplatz eine Pension für ältere Damen sei, lebe dieses Theater nicht von Bewegungen. Die Schauspieler müssten vermehrt mit Mimik und Gestik arbeiten. Zudem hätten sie eine hohe Präsenzzeit auf der Bühne und einige spielten zum ersten Mal in einer solchen Aufführung mit. Doch was ihnen an Erfahrung fehlt, machen die Darsteller mit Engagement wett.

Seit August treffen sie sich zweimal wöchentlich, jeden Montag- und Donnerstagabend, zu den dreistündigen Proben. Der Einstieg wurde mit einem Wochenende im Schwarzwald gemacht, an dem alle die Möglichkeit hatten, das Stück und einander besser kennenzulernen. Dies war auch hilfreich, um für jeden die passende Rolle zu finden. «Mit der jetzigen Besetzung kann jeder Schauspieler einen Teil seiner Persönlichkeit in seine Figur einbringen», sagt Aranya.

Aber worum geht es genau in diesem Theater? Sechs nette ältere Damen beobachten von ihrem Pensionsfenster aus den flotten Junggesellen Dennis Finn, der auf der anderen Strassenseite wohnt. Alle sind hin und weg. Ihn nur aus der Ferne anzuhimmeln, reicht allerdings irgendwann nicht mehr. «Ich würde ihn halt schon gerne einmal sehen, den Herrn Finn. Weisst du, ganz nah.» Es stellt sich die Frage: Wie lockt man ihn ins Haus? Da das Objekt der Begierde als Mordkommissar arbeitet, ist die Antwort klar: Ein Mord muss her. So geschieht es und Dennis Finn und sein Hilfskommissar Kramer nehmen die Ermittlungen auf. Doch das Geschehen entgleitet rasch der Kontrolle aller Beteiligten.

Premiere Freitag, 17. November, um 20 Uhr. Weitere Spieldaten und Reservationen auf www.rinikenlive.ch oder unter der Nummer 056 442 63 49.

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