Windisch
Theater in Windisch: «Hinz und Kunz» wollen alle sehen

«Hinz und Kunz»: In der Theaterproduktion werden der Alltag und der Wandel des Windischer Unterdorfs dargestellt. Sämtliche Aufführungen der Theaterproduktion waren schon vor der Premiere ausverkauft – warum?

Michael Hunziker
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In «Hinz und Kunz» werden der Alltag und der Wandel des Quartiers Unterdorf dargestellt. Bei den Aufführungen verweben sich Fiktion und Realität.

In «Hinz und Kunz» werden der Alltag und der Wandel des Quartiers Unterdorf dargestellt. Bei den Aufführungen verweben sich Fiktion und Realität.

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Alle 14 Vorstellungen – 6 sind mittlerweile über die Bühne gegangen – waren schon vor der Premiere ausverkauft. Worauf führt Produktionsleiter Christian Bolt das grosse Interesse zurück?

Er könne nur Vermutungen anstellen, sagt Bolt. «Ich denke aber, die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen.» Im Stück angesprochen würden Fragen zu Wandel, Umbruch oder Einwanderung. «Es sind Themen, die alle beschäftigen, nicht nur im Unterdorf, sondern überall.» Schon bei den Vorbereitungen – Bolt spricht von einer Reise, die rund anderthalb Jahre dauerte – seien die Mitwirkenden überzeugt gewesen, dass es sich um eine ganz besondere Produktion handle. «Alle haben sich auf die Aufführungen gefreut, haben in ihrem Umfeld geschwärmt und so neugierig gemacht.» Beteiligt sind übrigens alles in allem mehr als 200 Personen, alleine 90 stehen auf der Bühne.

Über die Reaktionen zeigt sich der Produktionsleiter hoch erfreut: «Die Zuschauer sind angetan bis begeistert.» Negative Bemerkungen habe es – bei mittlerweile doch schon rund 1000 Besuchern – nur ganz vereinzelt gegeben. Das Publikum stamme, schätzt Bolt, etwa zur Hälfte aus Windisch und der näheren Region. Anwesend seien daneben Freunde und Bekannte, Zuzüger sowie ehemalige Einwohner. Ebenfalls begrüsst werden könnten Interessierte von weit her, die sich mit der Geschichte rund um die Spinnerei befassen.

Alle sind in bester Spiellaune

Kein Wunder, ist die Stimmung bei den Mitwirkenden gut. «Es ist wunderbar», schwärmt Bolt. Ermüdungserscheinungen seien trotz Anstrengung keine zu spüren. Im Gegenteil: Alle seien voller Energie und in bester Spiellaune, gespannt darauf, was noch kommen werde. «Die Mitwirkenden können ohne falsche Bescheidenheit stolz sein auf ihre Leistungen», stellt Bolt fest. Wichtig sei es, diese Neugierde und Offenheit für die kommenden Aufführungen zu erhalten. «Wir möchten jeden einzelnen Zuschauer berühren.»

Dass bisher mehr oder weniger alles reibungslos geklappt hat, führt der Produktionsleiter auf die lange und intensive Vorbereitungsphase zurück. Durchgeführt worden seien drei Hauptproben, allfällige Probleme hätten rechtzeitig erkannt und gelöst werden können. «Bei der Premiere waren wir bereit und konnten mit der nötigen Ruhe an die Sache herangehen.»

Eine Herausforderung sei es bei den ersten Aufführungen gewesen, den Zeitplan einzuhalten. Es habe darauf geachtet werden müssen, dass keiner der drei Bestandteile des Stücks – unter anderem ein Rundgang im Quartier – zu lange dauerte oder sich die einzelnen Szenen in die Länge zogen, erklärt Bolt. «Hier haben wir ein paar kleinere Änderungen vorgenommen. Die Zuschauergruppen müssen so schnell unterwegs sein, dass sie die vielen Eindrücke aufnehmen können ohne sich gedrängt zu fühlen.»

Als absoluter Glücksfall bezeichnet der Produktionsleiter die Verpflichtung von Regisseur Adrian Meyer. «Er hat das Stück geschrieben und inszeniert und leistet hervorragende Arbeit.» Meyer bringe die nötige Wertschätzung genauso mit wie die nötige Hartnäckigkeit. Die Mitwirkenden könnten von seiner Erfahrung profitieren und würden mitgerissen. «Es hat während der langen Vorbereitungsphase nie einen Durchhänger gegeben», sagt Produktionsleiter Bolt.

Zusatzvorstellungen gibt es nicht

Auch wenn sämtliche Vorstellungen bereits ausverkauft sind und nicht alle Interessierten «Hinz und Kunz» sehen können: Weitere Zusatzvorstellungen werde es nicht geben, hält Bolt klar fest. Eine solche Produktion – bei der Kinder und Erwachsene mit von der Partie sind – brauche enorm viel Energie. «Mit Rücksicht auf die Mitwirkenden haben wir bewusst einen ganz bestimmten Zeitrahmen gesetzt. Das wollen wir jetzt nicht ändern.» Die zeitliche Begrenzung habe einen weiteren Vorteil, ist sich Bolt sicher: «Jeder kann sich voll einbringen und jeden einzelnen Moment geniessen.»
Was kommt nach «Hinz und Kunz»? Es gebe weder Ideen noch Pläne, sagt Bolt. Er hofft aber, dass der Geist dieser Produktion weiterleben wird, dass Raum geschaffen wird für neue – kleinere oder grössere – Engagements. Mit «Hinz und Kunz» sei der Boden geschaffen worden, etwas in einer Gemeinschaft zu entwickeln, eine Aufgabe zusammen anzupacken. «Das schafft Vertrauen.»

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