Das einstündige Lustspiel «Diamante und Bettsocke» von Lukas Bucher ist äusserst unterhaltsam. Die verschiedenen Charaktere bescheren den Theatergästen ein kurzweiliges Stück, in dem gestritten, gestohlen, geleugnet und musiziert wird.

Die Langeweile im Altersheim «zur Abendruh» umgeht Emmi Kunz (Martha Zürcher) dadurch, dass sie Bettsocken strickt und sich mit Seppli Habermacher (Ernst Feller) streitet. «Du hast einen solch runzligen Hals, da müsstest du mal mit dem Bügeleisen drüber», stichelt Seppli. Emmi kontert: «Ach, du bist doch nur ein Halbstarker.» Emmi wünscht sich mehr Action im Altersheim. Einzig die rabiate Schwester Tanja Holzer (Marlies Nauer) lässt jegliches Fingerspitzengefühl vermissen und kommandiert die Bewohner herum. Das schwerhörige Fräulein Wunderli (Vreni Desteffani) wird von ihr regelrecht herumgeschoben.

Diamanten im Strickzeug

Als sich Diamantenräuber Kurt Schwarz (Peter Schaffner) auf der Flucht vor der Polizei im Altersheim versteckt, ist es vorbei mit der Langeweile. Die Diamanten versteckt er kurzerhand in Emmi Kunz’ Strickzeug. Von Heimleiter Baggenstos (Stefan Hintermann) wird er als neuer Bewohner Melchior Häfeli «erkannt». Räuber Schwarz macht beim falschen Spiel mit, muss sich aber Schwester Tanjas Einstufungstest unterziehen: inklusive Liegestütze und Dehnungsübungen. Vor dem überfordert wirkenden Kommissar Vögeli (Willi Bechter) braucht sich Räuber Schwarz nicht zu fürchten. Sehr wohl aber vor Emmi, die längst weiss, wer er wirklich ist. Sie bietet sich ihm als ihre «Komplizierte» an und sieht sich schon als Gangsterpärchen «Bonnie und Clyde» durch die Welt düsen.

Bei der Hauptprobe klatschte Regisseurin Piera Wildi-Silvestri immer wieder in die Hände. «Ich bin zufrieden mit der Theatergruppe. Es macht Freude, mit ihnen zusammenzuarbeiten, das sind alles lässige Leute», sagte Piera Wildi-Silvestri. Sie leitet das Seniorentheater Herbstrose zum ersten Mal, konnte aber davon profitieren, dass sie das Stück bereits selbst gespielt hatte. Seit über 20 Jahren steht sie in der Theatergruppe Holderbank als Schauspielerin auf der Bühne.

Neue Leute sind immer gesucht

Schnell in die Materie einarbeiten musste sich Peter Schaffner, der den Diamantenräuber Kurt Schwarz spielt. Er sprang für den verstorbenen Hans Gloor ein. Schaffner steht seit über 50 Jahren auf der Theaterbühne, unter anderem wirkte er auch bei der Operette Möriken mit. Seit zwei Wochen macht er bei den Proben mit: «Man legt sich ein Grundkonzept zurecht. Das ist, wie wenn man eine Fremdsprache lernt.»

Marlies Nauer musste sich die Rolle der rabiaten Schwester Tanja zuerst aneignen: «Ich hatte anfangs Mühe mit dieser Rolle, denn das bin nicht ich.» Im Vergleich zum Stück im letzten Jahr, seien die Dialoge diesmal kürzer. Rund ein halbes Jahr, bis im nächsten Frühling, sind die Theaterschauspielerinnen und Theaterschauspielern mit ihrem Stück im Kanton Aargau unterwegs. «Wir suchen immer wieder neue Leute», sagt sie. Dafür müsse man aber Zeit haben, denn das Seniorentheater probt momentan zweimal wöchentlich, ab Januar dann drei Mal pro Woche.