Habsburg
Theater, Führungen und kleine Journalisten: Ein Examen mit vielen Erinnerungen

Am Samstag wurde nicht nur das Brötliexamen, sondern auch der 40. Geburtstag des Schulhauses mit einem bunten Fest gefeiert. Manche ehemalige Schülerinnen und Schüler erinnern sich an die Zeit zurück, als das Schulhaus eröffnet wurde.

Carolin Frei
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Buntes Spektakel: Die Schülerinnen und Schüler lassen bei einem Wettbewerb Ballone in den Himmel steigen – wie weit sie wohl fliegen?

Buntes Spektakel: Die Schülerinnen und Schüler lassen bei einem Wettbewerb Ballone in den Himmel steigen – wie weit sie wohl fliegen?

«1976, bei der Einweihung des Schulhauses, waren wir gerade in der dritten Klasse», erinnern sich Bernadette Brack und Sigrid Feller. «Wir gingen gerne hier zur Schule, waren total sechs Schüler. Durch die Altersdurchmischung haben wir gelernt, selbstständig zu arbeiten, was uns später in der Bezirksschule sehr zugutekam», sagen die beiden. «Rechnen war nicht so mein Steckenpferd», sagt Markus Meier, der 1976 im Neubau die erste Klasse besuchte. «Dafür mochte ich Deutsch, und in der Pause haben wir immer Fussball gespielt. Am Brötliexamen hat mir vor allem das Lied gefallen, das wir gemeinsam gesungen haben.» Sagts und setzt auch gleich zum Singen an.

v.l. Debora und Naemi Mühlemann werden von Alexandra und Maurice interviewt.
10 Bilder
Tischtennis spielen kam gut an
Mit alten Fotos in Erinnerungen schwelgen
Töggele im Schulhaus
Mit Stock und Ball allein auf weiter Flur
Das Interesse an den alten Büchern und Fotos war gross
Für die Erwachsenen gab es einen Apéro
Das Interesse an den alten Büchern und Fotos war gross
Bereit machen für den Ballon-Wettbewerb
Ballonwettbewerb: Wohin sie wohl alle fliegen?

v.l. Debora und Naemi Mühlemann werden von Alexandra und Maurice interviewt.

Carolin Frei

Dies alles erzählt er Maurice und Alexandra, beide elf Jahre alt und aktuell am Brötliexamen als Journalisten tätig. «Ich erinnere mich, dass an meinem ersten Schultag ein schöner, wunderbar glänzender Apfel auf meinem Pult lag», sagt Naemi Mühlemann, die zusammen mit ihrer Schwester als Ehemalige am Brötliexamen weilt. «Ich weiss noch, dass ich sehr nervös war und mich der Setzkasten mit Buchstaben faszinierte», ergänzt Debora Mühlemann. Auf die Frage, was sie am Brötliexamen früher am meisten mochten, meinen die beiden: «Die Spiele am Morgen, das Brot und die Glückspäckli.»

Die jungen Journalisten Maurice und Alexandra sind erstaunt. «Die bisher Befragten fanden alle das Theater am eindrücklichsten. Und was die meisten nicht mochten, war das Fach Deutsch», ziehen die beiden Bilanz. Den Elfjährigen hats mächtig Spass gemacht, die Ehemaligen zu befragen. Nicht minder spannend fand es Joel, der mit einer Kamera bewaffnet Porträtfotos schoss. «Was genau mit diesen Bildern passiert, weiss ich noch nicht. Das werden wir später besprechen», sagt er.

Führungen durch das Schulhaus

Wer mochte, konnte zudem an einer Führung durch das Schulhaus teilnehmen – geleitet von Schülerinnen und Schülern. Alte Fotos und Bücher lagen auf und mit einem Film liess man die vergangenen Schuljahre Revue passieren. An einem Stand wurde zudem Geld für die Tiere in Afrika gesammelt, um sie vor Wilderern zu schützen. Anders als die Jahre zuvor wurden die Spiele für Gross und Klein bescheiden gehalten, da die Schüler ja als Journalisten und Fotografen unterwegs waren. Was jedoch nicht fehlte, war das Theater, das die Schüler in der Mehrzweckhalle am späteren Nachmittag aufführten. Abgerundet wurde das Brötliexamen mit Tanz und Unterhaltung.

Von Anfang an bei den Arbeiten für den damaligen Neubaus dabei war Hans Peter Faessli. «1973 wurde mittels einer Umfrage ermittelt, ob die Primarschule – damals noch im alten Schulhaus – im Dorf bleiben soll oder ob eine Lösung mit Scherz oder Windisch gesucht wird», sagt Faessli. Man entschied sich für den Verbleib. Weil die Finanzen der Gemeinde nicht unbeschränkt waren, durfte der Neubau 500 000 Franken nicht überschreiten. «Wir konnten die Kosten halten», so Faessli. Dies auch deshalb, weil die Pflästerung vor dem Eingang in Fronarbeit durchgeführt wurde. «Immer wieder habe ich Komplimente dafür bekommen, dass sich die Schule wunderbar ins Dorfbild integriere.» Sagts und macht sich auf, um das Brötliexamen zu zelebrieren.