Thalheim
Thalheim plant Aufnahme von Asylbewerbern, weil Ersatzabgabe steigt

Bisher hat die Gemeinde Thalheim Ersatzabgabe an den Kanton Aargau entrichtet und wurde dadurch von einer Aufnahme von Asylsuchenden entlastet. Weil die Kosten aber steigen, sucht die Behörde nun eine Lösung. Ein Angebot gibts aus der Bevölkerung.

AZ
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Thalheim will künftig keine Ersatzabgabe an den Kanton mehr leisten.

Thalheim will künftig keine Ersatzabgabe an den Kanton mehr leisten.

Claudia Meier

Die aktuelle Lage im Asylwesen ist in aller Munde und ein viel diskutiertes Thema. «Auch im Gemeinderat gab es schon Anfang Jahr Anlass, dieses zu traktandieren», schreibt die Behörde im Mitteilungsblatt. Die Gemeinde Thalheim ist seit Jahren in der Verpflichtung, zwei asylsuchende Personen aufzunehmen. Bisher hat die Gemeinde quartalsweise eine Ersatzabgabe an den Kanton entrichtet und wurde dadurch von einer Aufnahme entlastet. Die Ersatzabgabe pro nicht aufgenommener Person beträgt aktuell 10 Franken pro Tag und war für die Gemeinde bisher tragbar. Der Kanton wird aber auf Anfang 2016 den Betrag der Ersatzabgabe deutlich auf 113 Franken pro Tag erhöhen, was für die Gemeinde Ausgaben von rund 82’500 Franken bedeuten würde.

Ein Angebot aus der Bevölkerung

Aufgrund dieser neuen Tatsache und auch mit Blick auf die stetig wachsenden Zahlen der Asylgesuche im Aargau, konkretisierte der Gemeinderat zwei Massnahmen: Einerseits mit einer Gemeinde in Kooperation zu treten und andererseits eine geeignete Wohnung zu finden, um diese Herausforderung mitzutragen und selber Asylsuchende aufnehmen zu können. «Die heutige Asylwelle deutet darauf hin, dass die Zahl der Asylsuchenden weiter rasant steigt und die Aufnahmepflicht generell wohl erhöht werden muss. Daher und auch aus solidarischer Sicht ist es für Thalheim wichtig, für die Zukunft gerüstet zu sein und geeignete Wohnmöglichkeiten zur Verfügung zu haben», lässt der Gemeinderat verlauten. Aus der Bevölkerung wurde bereits eine Wohnung in Aussicht gestellt, sodass sich per Mitte 2016 diesbezüglich eine Lösung eröffnet.

Abgaben an Auenstein

Mit Auenstein wurde per 1. November ein Partner für eine Kooperation gefunden. Vorübergehend übernimmt die Gemeinde Auenstein Thalheims Aufnahmepflicht von zwei Asylsuchenden. Das heisst konkret, dass Thalheim nun Auenstein eine Abgeltungspauschale entrichtet und so dem Kanton keine Ersatzabgabe mehr bezahlen muss. Diese Massnahme sei finanziell sinnvoll und nehme Thalheim Druck, schon anfangs 2016 eine eigene Lösung zu haben, ist der Gemeinderat überzeugt. Die Behörde werde zu gegebener Zeit über die Entwicklung informieren, heisst es weiter. (az)