Brugg

Tempo 30: Fussgängerstreifen sollen verschwinden

Vorgesehen ist mit der Einführung von Tempo 30, die Fussgängerstreifen um die Eisihalle zu entfernen.

Vorgesehen ist mit der Einführung von Tempo 30, die Fussgängerstreifen um die Eisihalle zu entfernen.

Mit der Einführung von Tempo 30 werden Fussgängerstreifen entfernt. Die Sicherheit leidet nicht, antwortet der Brugger Stadtrat auf die kleine Anfrage von FDP-Einwohnerrat Peter Haudenschild.

An der Urne wird das Brugger Stimmvolk am 10. Februar 2019 über die Umsetzung von Tempo-30-Zonen auf den Gemeindestrassen entscheiden. Peter Haudenschild ist Co-Präsident des Referendumskomitees «Tempo 30: pauschal (fast) überall? Nein – für bessere Lösungen!». In seiner Funktion als FDP-Einwohnerrat hat er sich mit einer kleinen Anfrage beim Stadtrat – kritisch – nach der Zusammensetzung der Projektkommission Verkehr erkundigt sowie nach der Anordnung von Fussgängerstreifen (die AZ berichtete).

Die Projektkommission Verkehr sowie der Stadtrat haben sich intensiv Gedanken gemacht über einzelne, bestehende Fussgängerstreifen – respektive haben deren Beibehaltung sorgfältig geprüft, heisst es in der jetzt vorliegenden Antwort. Denn gemäss der «Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszone» des Bundes dürfen Fussgängerstreifen angebracht werden, wenn besondere Verhältnisse dies erfordern, namentlich bei Schulen und Heimen. Bei den Erwägungen würden sowohl die Bedürfnisse der Schüler – insbesondere der Stufe Kindergarten – als auch der älteren Bevölkerung hoch gewertet, verspricht der Stadtrat. Für sie seien Fussgängerstreifen bei stärker belasteten Strassen entscheidende Hilfsmittel auf ihren täglichen Wegen.

Für eine bessere Verbindung

Aber: «Erfahrungen zeigen, dass die Aufhebung von Fussgängerstreifen unter gewissen Voraussetzungen durchaus eine allgemeine Verbesserung der Verkehrssituation mit sich bringen kann», so die Behörde. Gerade im Bereich Eisi seien die Querbeziehungen allseitig derart vielfältig, dass sich der Stadtrat und die Projektkommission Verkehr dazu entschlossen haben, «einen möglichen Gewinn für die Allgemeinheit und im Sinne der lang geforderten besseren Verbindung zwischen Altstadt und Neumarkt herauszufordern».

Anders gesagt: Im Bereich Eisi soll «das freie Queren» gefördert werden. «Mit der Demarkierung der drei Fussgängerstreifen um die Eisihalle, dem Entfernen der Leitlinie der Fahrbahn sowie einer farblichen Gestaltung der Strassenoberfläche will der Stadtrat das geltende Temporegime 30 implizit verdeutlichen.» Die Behörde verweist darauf, dass Fussgängerstreifen eine reine Vortrittsregelung sind und nur die subjektive Sicherheit erhöhen. «Bei Strassen, bei denen die Verkehrsfrequenz eine problemlose Querung zulässt, entsteht durch das Entfernen der Fussgängerstreifen keine Unsicherheit.»

Bestehen bleiben soll dagegen der Fussgängerstreifen über die Bahnhofstrasse beim C&A – «im Sinne der besonderen Verhältnisse». Denn dieser liege auf der «Wunschlinie der Fusswegverbindung vom Gesundheits- und Alterszentrum zum Ladenzentrum Neumarkt» und werde von vielen älteren Mitmenschen rege genutzt.

Unfallschwere ist geringer

Auf die Frage nach der Zusammensetzung der Projektkommission Verkehr antwortet der Stadtrat, dass in den Bearbeitungsphasen die unterschiedlichsten Interessensvertretungen miteinbezogen wurden. «Der Stadtrat ist überzeugt, dass mit dem Vorgehen in den Mitwirkungsphasen und in der Konzeptbearbeitung die verschiedenen Interessen konstruktiv diskutiert und eingebracht werden konnten.»

Vor der Realisierung der einzelnen Etappen, fügt die Behörde an, werden die betroffenen Quartiere – inklusive das lokale Gewerbe und die Schulen – «separat und ortsbezogen» orientiert. Es könnten nochmals Anliegen zur Tempo-30-Zonierung aufgenommen werden, bevor das öffentliche Auflageverfahren gestartet werde.

Der Effekt von Tempo-30-Signalisationen, ist sich der Stadtrat bei den Themen Temporeduktion und Sicherheit bewusst, sei in einigen Quartiertrassen stärker spürbar als in anderen. Das Unfallrisiko in der Tempo-30-Zone sei weder kleiner noch grösser als in der Tempo-50-Zone. «Jedoch ist die Unfallschwere deutlich geringer.»

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