Windisch
Technik versagt: Buschauffeure müssen Barriere beim Kunzareal von Hand öffnen

Seit dem Fahrplanwechsel müssen Busfahrer die Absperrung beim Kunzareal manuell öffnen, da die Fernsteuerung nicht funktionierte. Nun soll das Problem gelöst sein.

Nik Dömer
Merken
Drucken
Teilen
Sorgte für Ärger: Buschauffeure mussten die Barriere beim Kunzareal manuell öffnen.

Sorgte für Ärger: Buschauffeure mussten die Barriere beim Kunzareal manuell öffnen.

Nik Dömer

Es ist ein kalter Montagmorgen. Die Bewohner aus dem Windischer Kunzareal und Umgebung warten an der neuen Bushaltestelle. Pünktlich um 7.44 Uhr lenkt der Bus 361 in die Spinnereistrasse ein. Die Passagiere nehmen im Bus Platz. Der Chauffeur nimmt Kurs Richtung Bahnhof Brugg. Doch kaum ist er losgefahren, muss er zehn Meter weiter vorne wieder aussteigen, um die neue Barriere manuell zu öffnen.

Man sieht dem Busfahrer seinen Ärger an. Schliesslich soll moderne Technik das Leben vereinfachen und nicht erschweren. Nachdem er mithilfe eines Badges die Barriere geöffnet hat, kann er endlich via Spitzmattstrasse weiterfahren.

Ansteuerung funktioniert nicht

Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember im vergangenen Jahr sorgt die Barriere öfters dafür, dass die Chauffeure aus dem Bus aussteigen müssen, um die Absperrung zu passieren. Ist dies wirklich so vorgesehen? Natürlich nicht. Patrick Zingg, Leiter der Postauto-Region Nordschweiz, erklärt: «Alle Postautos in dieser Region sind mit einem Bus-Signalempfänger ausgerüstet, der die automatische Ansteuerung der Barriere ermöglicht.» Sofern die Sensoren im Boden den Bus bemerken, öffnet sich die Barriere automatisch.

Dies sei grundsätzlich ein in der Praxis erprobtes System, mit dem auch Lichtsignalanlagen ferngesteuert werden. Im Betrieb musste man aber feststellen, dass bei einzelnen Bussen die Ansteuerung nicht funktioniere. Die genauen Gründe konnten bisher leider nicht eruiert werden, so Zingg, man sei jedoch zurzeit an einer Lösungsfindung. Unter anderem werde jedes Fahrzeug geeicht. Bis das Problem behoben ist, müssten Fahrer und Fahrerinnen teilweise die Barriere manuell öffnen.

Durch die Absperrung will man verhindern, dass die Autofahrer den Weg vom oder zum Kunzareal via Spitzmattstrasse benutzen, da diese eine Erschliessungsstrasse ist. Für den Bus soll sie jedoch einfach passierbar sein. «Wir haben vor über zehn Jahren den Gestaltungsplan inklusive Verkehrsplan vom Vorgänger der Hiag-Immobilien gutgeheissen, damit das Quartier auch weiterhin kinderfreundlich bleibt», erklärt Markus Bitterli, Mitglied von der Arbeitsgruppe Quartierentwicklung. Er sei froh, dass es die Schranke beim Kunzareal gebe. Nun sollte sie nur noch einwandfrei funktionieren.

Es bleibt die Frage, wer für diese Barriere zuständig ist. Arealentwickler Alex Römer betont: «Bauherr der Erschliessung ist die Hiag-Immobilien AG sowie auch die Gemeinde. Das zuständige Ingenieurbüro Steinmann hat bereits Kenntnis davon, dass die Barriere nicht korrekt funktioniert. Ich gehe davon aus, dass das Problem bald gelöst sein wird.»

Dies sieht auch Roland Schneider von der Gemeinde so. Es sei bedauerlich. Das System funktioniere an vielen Orten gut, leider noch nicht richtig im Unterdorf. Die Gemeinde bemühe sich, eine möglichst schnelle Lösung zu finden, so der Leiter für Planung und Bau.

Kurz nach den Recherchen der az bestätigt Projektleiter Manuel Basler vom zuständigen Ingenieurbüro Steinmann, dass sich die Gemeinde sowie auch die Hiag-Immobilien AG in dieser Woche bei ihnen gemeldet haben, um das Problem zu beheben.

«Am Mittwoch war ein Techniker vor Ort. Wir können noch nicht genau sagen, was schiefgegangen ist. Entweder war es ein technisches Problem der Schranke oder der Bus ist nicht richtig über die Sensoren gefahren. Wir gehen davon aus, dass der Fehler behoben ist», erwähnt Basler.

Mittlerweile dürften es die Busfahrer also wieder etwas wärmer an den kalten Wintermorgen haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Lösung nicht nur vorübergehend hält.