Debatte um TCS-Heli

TCS-Heli macht nur Zweitflüge: Wieso ist er dann 24 Stunden einsatzbereit?

Der TCS-Heli, der im Birrfeld stationiert ist.

Der TCS-Heli, der im Birrfeld stationiert ist.

Auf dem Flugplatz steht Tag und Nacht ein TCS-Heli bereit. Notfalleinsätze seien aber nicht ihr Hauptgeschäft, sagen die Verantwortlichen. Die Sekundärflüge wie Patienten- oder Organtransporte. Und die Verantwortliche wehren sich gegen Kritik.

Mitten auf dem Flugplatz Birrfeld steht er, der knallgelbe Rettungshelikopter der TCS-Partnerfirma Alpine Air Ambulance (AAA). Rund 150 Meter daneben warten Pilot, Notarzt und Rettungssanitäter im Aufenthaltsraum auf den nächsten Einsatz, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. «Sieben Tage rund um die Uhr sind wir einsatzbereit», sagt Jürg Fleischmann, CEO von AAA, und selber als Pilot im Einsatz.

Über Nacht ist die Crew in einer Wohnung im benachbarten Mülligen einquartiert, der Helikopter im Hangar untergebracht. Entsprechend länger als tagsüber dauert es, bis der Heli abheben kann – «rund zehn statt knapp drei Minuten», sagt Fleischmann. Das Team der AAA für den Standort Birrfeld besteht aus 15 Notärzten, 6 Piloten und 5 Rettungssanitätern, die sich in ihren Schichten abwechseln.

Sehr qualifizeirtes Personal

Reto Stocker, Chefarzt des Instituts für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Hirslanden-Klinik Zürich, ist auch Chefarzt der AAA und berät in heiklen Fällen. Stocker weist die Vorwürfe zurück, dass die AAA ungenügend qualifiziertes Personal einsetzt. «Die Notärzte haben langjährige Erfahrung in Rettungsmedizin und alle eine Facharztausbildung in Anästhesie; die meisten zusätzlich in Intensivmedizin», sagt Stocker.

Die Einsatzleitstelle in Aarau bot den TCS-Heli in diesem Jahr bereits mehrmals bei Arbeits- und Verkehrsunfällen auf. Dennoch betonen die Verantwortlichen, ihr Hauptaugenmerk liege auf den Sekundäreinsätzen – 150 bis 200 sind es mit dem im Birrfeld stationierten Helikopter pro Jahr. Darunter fallen neben Organtransporten auch Repatriierungsflüge und die Verlegung von Patienten. Steht der TCS-Heli im Einsatz, meldet sich die Crew bei der Einsatzleitstelle ab.

Den grossen Aufwand mit der 24-Stunden-Bereitschaft erklärt Fleischmann damit, dass es auch bei Sekundärflügen schnell gehen müsse: dann, wenn Intensivpflege gefragt ist.

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