Brugg-Windisch

Task-Force Campussaal eingesetzt: Volk stimmt bald über Betriebsbeiträge ab

Bereits zum zweiten Mal führten die Stadt Brugg und die Gemeinde Windisch Anfang Januar den Neujahrsempfang für Unternehmer im Campussaal durch.MHU/Archiv az

Bereits zum zweiten Mal führten die Stadt Brugg und die Gemeinde Windisch Anfang Januar den Neujahrsempfang für Unternehmer im Campussaal durch.MHU/Archiv az

Die Bevölkerung stimmt bald über Betriebsbeiträge ab – das rüttelt Politiker auf

Heute vor drei Jahren – am 3. März 2013 – hatten die Stimmberechtigten von Brugg und Windisch an der Urne über höhere Beiträge für den Betrieb des neuen Campussaals zu entscheiden.

In Brugg wurden 1980 Ja- und 1254 Nein-Stimmen gezählt. Der jährliche Zusatzkredit belief sich auf maximal 190 000 Franken.

In Windisch waren es 1029 Ja- gegen 749 Nein-Stimmen. Maximal 110 000 Franken betrug hier der jährlich wiederkehrende Zusatzkredit.

Zur Erinnerung: 2008 hiessen die Einwohnerräte der Stadt Brugg und der Gemeinde Windisch sowie das Stimmvolk den Bau des Saals gut. Die zusätzliche Finanzspritze war nötig, weil die Verantwortlichen zuerst davon ausgegangen waren, dass die Abschreibungen in den ersten fünf Betriebsjahren noch nicht berücksichtigt werden müssen.

Von Deutschland und Zürich

Weil die Defizitgarantie der Gemeinden Brugg und Windisch nur bis Ende 2017 gültig ist, werden die Stimmberechtigten im kommenden Jahr erneut an die Urne gebeten.

Eine extra dafür gebildete Task-Force bestehend aus Gemeinderat Max Gasser, Stadtrat Leo Geissmann sowie Riet Pfister, Geschäftsführer der Campussaal Betriebs AG, und dem früheren Brugger Vizeammann Martin Wehrli, Verwaltungsratspräsident der Campussaal Immobilien AG, kümmert sich um die vielen offenen Fragen, die in den ersten Betriebsjahren aufgetaucht sind.

Wie Stadtrat Willi Däpp, Verwaltungsratspräsident der Campussaal Betriebs AG, an der Generalversammlung des Fördervereins Campus Saal Brugg-Windisch erklärte, hat die Task Force die Aufgabe, beim Stimmvolk die Bedeutung des Saals für die Region hervorzuheben.

Seit der Saal-Eröffnung im Oktober 2013 konnten gemäss Betriebsleiterin Kathrin Kalt insgesamt 152 – teilweise mehrtägige – Veranstaltungen durchgeführt werden. 

Vorgestern Dienstag war der 50'000. Besucher im Campussaal zu Gast.

Wie Kalt ausführte, konnte die Zahl der Veranstaltungen im letzten Jahr auf 63 (Vorjahr 52) gesteigert werden. Die Kundenzufriedenheit sei exzellent.

Am meisten werden Kongresse, Tagungen und Symposien durchgeführt. Messen oder Ausstellungen machen nur 2 Prozent aus. «Wir arbeiten daran, diesen Anteil zu erhöhen», fuhr Kalt fort.

Auch zwei Veranstalter von Deutschland und mehrere aus Zürich haben den Campussaal schon gebucht.

Den Bahnhof vor der Türe zu haben, sei ein unschlagbares Argument für den Standort, betonte Kalt.

Der Anteil der Wiederholungsbuchungen nimmt weiterhin zu und dürfte dieses Jahr rund 60 Prozent betragen.

Betreiber planen eigene Events 

Dennoch ist sich Kathrin Kalt bewusst, dass auch die Bevölkerung und nicht nur Verbände, Bildungs- und Forschungsinstitutionen, Behörden sowie Unternehmen von diesem Saal profitieren sollen.

Die Betreiber des Campussaals haben nun vor, eigene Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, um Neukunden zu gewinnen und den Saal bei der Bevölkerung bekannter zu machen.

So soll noch in diesem Jahr eine regionale Degustationsmesse durchgeführt werden. Auch die Winter-Night dürfte eine Neuauflage bekommen.

Im kommenden Jahr, wenn die Abstimmung über die Betriebsbeiträge ansteht, kann sich Kathrin Kalt die Durchführung von Campussaal Varieté sowie Campussaal offene Bühne + Bar vorstellen.

Bei einer Ticketverlosung für das Varieté sollen Bewohner von Brugg und Windisch gegenüber der Bevölkerung aus der übrigen Region bevorzugt werden.

Denkbar ist laut Kalt zudem eine vorweihnachtliche «Märli-Stund», um bereits Kinder für den Campussaal zu begeistern. Bei grosser Nachfrage werden diese Anlässe für das breite Publikum wiederholt.

Johann Ritzinger, Präsident des Fördervereins Campus Saal, berichtete, dass 2015 fünf Veranstaltungen mit knapp 22 000 Franken unterstützt wurden.

Vier Gesuche entsprachen nicht den Richtlinien und wurden abgelehnt. Einige Gesuchsteller hätten ihren Anlass auf später vertagt.

Kassier Urs Widmer schilderte, wie der Vorstand die Rolle des Fördervereins in einer Klausur kritisch hinterfragt hatte. Nachdem die Abläufe mit den Schnittstellen klar definiert wurden, seien alle überzeugt, dass es den Verein weiterhin brauche.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1