Brugg
Täglich Verkehrssünder auf Aarebrücke – Fahrverbot hält Polizisten auf Trab

Obwohl der motorisierte Verkehr vor 37 Jahren von der alten Aarebrücke verbannt wurde, gibt es täglich Verkehrssünder. In diesem Jahr waren es bisher 351, also mehr als einer pro Tag, was zu Bussgeldern in der Höhe von 35'100 Franken führte.

Claudia Meier
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Durchfahrtsverbot: Heute dürfen im Normalfall nur noch Fussgänger, Velo- und Trottinettfahrer sowie Postautos die alte Aarebrücke passieren.

Durchfahrtsverbot: Heute dürfen im Normalfall nur noch Fussgänger, Velo- und Trottinettfahrer sowie Postautos die alte Aarebrücke passieren.

Claudia Meier

Im kommenden Jahr soll das Durchfahrtsverbot beim Badener Stadtturm strenger überwacht werden. Das ist eine der Massnahmen, die der Badener Stadtrat für das Budget 2019 vorgeschlagen hat. Prognostizierte Einnahmen von rund 400'000 Franken pro Jahr soll dies der Stadt bescheren. Mit der ursprünglichen Verkehrsüberwachungsanlage des Stadtturms nahm Baden nur Ordnungsbussen in der Höhe von rund 20'000 Franken pro Jahr ein.

In Brugg gilt – seit die Altstadt im Jahr 1981 vom Durchgangsverkehr befreit wurde – auf der alten Aarebrücke ebenfalls ein Fahrverbot für den motorisierten Verkehr. Zur Durchsetzung des bestehendes Verkehrsregimes werden die Einfahrten der Altstadt seit dem Jahr 2005 mittels Überwachungskameras kontrolliert, welche die Fahrzeugbewegungen aufzeichnen.

Erst vor wenigen Tagen konnte erneut ein rotes Auto mit Basler Kontrollschild beobachtet werden, das am Morgen über die alte Aarebrücke kommend die Hauptstrasse hochfuhr. Dem Lenker dürfte kurze Zeit später eine Rechnung mit einer Ordnungsbusse von 100 Franken für das Missachten des Fahrverbots ins Haus geflattert sein.

Daten vier Jahre gespeichert

Wie hat sich die Zahl der Verkehrssünder auf der alten Aarebrücke in Brugg in den letzten Jahren entwickelt? Gemäss Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg, werden die Daten der ausgestellten Bussen nur vier Jahre gespeichert. Deshalb kann er nur über diese Zeitspanne Auskunft geben.

Insgesamt musste die Repol seit 2015 an dieser Stelle 2116 fehlbare Fahrzeuglenker büssen. Mit anderen Worten: Im Jahr 2015 wurden 648 Bussen verteilt, 2016 waren es 646 und letztes Jahr 471. In diesem Jahr waren es bisher 351, also mehr als eine pro Tag, was 35'100 Franken in die Stadtkasse spült.

Wird die Video-Überwachung in der unteren Altstadt systematisch auf Verkehrssünder ausgewertet? Repol-Chef Heiner Hossli sagt: «Sofern die nötigen personellen Ressourcen vorhanden sind, wird die Kamera regelmässig ausgelesen.»

850'000 Franken an Bussgeldern geplant

In der Bussen-Statistik wird hingegen nicht erfasst, ob es Aargauer, ausserkantonale oder Lenker mit ausländischem Kontrollschild sind, die über die alte Aarebrücke fahren. Grundsätzlich dürfen nebst dem öffentlichen Verkehr auch die Fahrzeuge der Feuerwehr, der Ambulanz und der Polizei im Einsatz die Brücke passieren.

Im Budget der Einwohnergemeinde Brugg sind für das laufende Jahr insgesamt 850'000 Franken an Bussgeldern vorgesehen. Für das kommende Jahr soll der Bussenertrag laut Budget, das dem Einwohnerrat noch diesen Monat zur Beschlussfassung unterbreitet wird, um 50'000 Franken auf insgesamt 900'000 Franken erhöht werden.

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