Lupfig

Tage des Paulushauses sind gezählt

Rechts hinter der Pauluskirche liegt das Paulushaus – eine Baracke, die seit den Neunzigerjahren als Provisorium für das Gemeindeleben der katholischen Kirche im Birrfeld dient.

Rechts hinter der Pauluskirche liegt das Paulushaus – eine Baracke, die seit den Neunzigerjahren als Provisorium für das Gemeindeleben der katholischen Kirche im Birrfeld dient.

In Lupfig ist ein neues Kirchenzentrum geplant. Die Römisch-katholische Kirchgemeinde Brugg schreibt einen Architekturwettbewerb aus.

Das Kirchenzentrum Paulus in Lupfig soll neu gebaut werden. Auf dem heute teilweise brachliegenden Grundstück der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Brugg ist ein Gesamtensemble vorgesehen mit Räumen, die sowohl von der Kirche als auch von der Öffentlichkeit genutzt werden.

Das Kirchenzentrum für die vier politischen Gemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Mülligen zeichnet sich seit über 50 Jahren aus durch seinen ausgeprägten multikulturellen Hintergrund, führt die Kirchgemeinde aus. Gottesdienste werden in mehreren Sprachen gefeiert in der Pauluskirche. Diese bleibt bestehen.

Das Paulushaus allerdings hat definitiv das Ende seiner Lebenszeit erreicht, stellt die Kirchgemeinde fest. Seit den Neunzigerjahren diente die Baracke als Provisorium für das Gemeindeleben der katholischen Kirche im Birrfeld. Vor drei Jahren sprach die Kirchgemeindeversammlung einen Kredit von 170'000 Franken für einen Architekturwettbewerb für ein neues Kirchenzentrum. Die gleiche Summe steuert «Faires Wohnen» bei, die kirchliche Wohnbaugenossenschaft der Röm.-Kath. Landeskirche Aargau. Mit dieser schliesst sich die Kirchgemeinde Brugg für das Projekt zu einer partnerschaftlichen Bauträgerschaft zusammen.

Es ist das erste Projekt dieser Art im Kanton

Jetzt wird der Projektwettbewerb lanciert. «Wir wollen ein klares Zeichen setzen und bekennen uns zum Standort des Kirchenzentrums Paulus in Lupfig», wird in einer Medienmitteilung Leo Grünenfelder zitiert, der für das Ressort Bau zuständige Kirchenpfleger.

Luc Humbel, Delegierter der Wohnbaugenossenschaft «Faires Wohnen» und Präsident der Röm.-Kath. Landeskirche Aargau, spricht von einem Leuchtturm für kirchliches Wirken. «Es ist das erste Projekt dieser Art im Kanton Aargau, das angestossen wird.» Es entstehe auch ein Mehrwert für die Öffentlichkeit. «Senioren- und Jugendarbeit, das Quartier sowie soziale Institutionen werden profitieren», so Humbel.

Flexibel nutzbare Grundrisse und attraktive Aussenräume bieten sich an für Arbeit und Begegnung – selbst eine Kindertagesstätte soll Platz finden, fährt die Kirchgemeinde fort. Daneben werde erschwinglicher Wohnraum geschaffen.

Die acht bis zehn besten Teams werden eingeladen

Für den öffentlichen Architekturwettbewerb müssen sich die Architekten zuerst bei einer Jury bewerben. Diese setzt sich zusammen aus unabhängigen Fachexperten, Vertretern der Gemeinde Lupfig, des Bistums Basel, der kantonalen Denkmalpflege sowie der Bauträgerschaft. Die acht bis zehn besten Teams mit Erfahrung im Bauen von Kirchgemeindehäusern, Wohnungen und in Landschaftsarchitektur werden eingeladen, ihre Pläne und Modelle einzureichen.

Der Zuschlagsentscheid wird gemäss Kirchgemeinde im Frühling 2020 zusammen mit dem Jurybericht veröffentlicht. Pläne und Modelle werden der Bevölkerung in einer öffentlichen Ausstellung vorgestellt. Erst dann wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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