Veltheim

Swisscom-Kunden in kleinem Aargauer Dorfteil gucken in die Röhre

Patrick Pürro aus Küttigkofen empfängt kein «bluewin TV», weil die Swisscom die Kosten scheut.

Kein Swisscom-TV in Au: Hier sind die Leitungen zu alt für die neusten Angebote des Telekommunikationsunternehmens. (Symbolbild)

Patrick Pürro aus Küttigkofen empfängt kein «bluewin TV», weil die Swisscom die Kosten scheut.

Der Veltheimer Dorfteil Au ist nur mit alten Leitungen ausgerüstet – das nervt die Bewohner. Besserung ist aber nicht in Sicht - und das, obwohl sich der Gemeinderat selbst beim Unternehmen dafür eingesetzt hat.

Das Angebot klingt toll: Swisscom TV und schnelles Internet, alles in einem Paket. Beworben im Fernsehen und in Hochglanzbroschüren.

Doch im Dorfteil Au in der Schenkenbergergemeinde Veltheim landen die Bewohner rasch auf dem Boden der Tatsachen. Hier sind die Leitungen nämlich alt und alles andere als geeignet für die neusten Angebote des Telekommunikationsunternehmens.

Leistungsmässig schlecht versorgt

Der Dorfteil Au ist leistungsmässig schlecht versorgt. «Die Angebote im Bereich Internet, Telefon und Fernsehen, die in der Werbung angeboten werden, können nicht vollumfänglich genutzt werden», sagt Ulrich Salm, Gemeindeammann von Veltheim.

Gleich mehrere Personen haben sich bei ihm persönlich über die Situation beklagt. Wie viele Bewohner insgesamt betroffen sind, ist dem Gemeindeammann nicht bekannt.

Obwohl sie nicht das gesamte Angebot nutzen können, müssen die Swisscom-Kunden trotzdem bezahlen. Das stösst auf viel Unverständnis unter den Dorfbewohnern.

Darum beauftragte diese den Gemeinderat an einer Gemeindeversammlung mit der Pflicht, sich bei der Swisscom für eine Anpassung der Infrastruktur einzusetzen. Mittlerweile ist der Gemeinderat dieser Aufgabe nachgekommen und hat eine Antwort der Swisscom auf diese missliche Lage in der Schenkenberger Gemeinde erhalten.

Ausbau zurzeit nicht geplant

Das Telekommunikationsunternehmen entgegnet der Gemeinde auf die Anfrage: «Ein flächendeckender Ausbau ist in der Gemeinde Veltheim in den nächsten Jahren nicht geplant.» Aus Ressourcengründen sei es der Swisscom nicht möglich, überall gleichzeitig zu investieren. Deshalb sehe die Swisscom einen Zeithorizont bis 2020 vor. Dann sollen 85 Prozent der Wohnungen und Geschäfte mit Ultrabreitband erschlossen werden.

Technisch gesehen haben zurzeit

53 Prozent der Bevölkerung Veltheims eine Versorgung von der Datenübertragungsrate von 18 Megabit pro Sekunde, was Swisscom TV mit 2 High-Definition-Kanälen entspricht. Die restlichen 47 Prozent gucken in die Röhre. 2 Prozent haben gar eine Versorgung von unter 2 Mbit/s. Das entspricht nicht der vorgegebenen Grundversorgung. In diesem Fall bietet die Swisscom mobile Lösungen sowie Internet via Satellit an.

Das ist sicher nicht die Antwort, die sich der Gemeinderat gewünscht hat. Darum kündigt Salm an, «am Thema dranzubleiben». «Es kann doch nicht sein, dass sich ein so grosses Unternehmen einfach zurückzieht», sagt Salm. «Ich frage mich in solchen Fällen schon, welche Philosophie in diesem Unternehmen steckt.»

Auf jeden Fall will der Gemeinderat weiterhin mit der Swisscom in Kontakt bleiben. «Wir wollen nicht einfach bis ins Jahr 2020 warten, bis dann das Glasfasernetz auch bei uns ausgebaut wird. Wir werden nicht lockerlassen.»

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