Brugg

Swiss made zählt auch bei Heavy Metal – «auf zerstörende Weise» sogar

Zum 20-jährigen Jubiläum bringen die Gonoreas mit «Destructive Ways» ihr viertes Studioalbum heraus. Mit treibenden Rhythmen, virtuosen Soli, eingängigen Refrains bleibt die Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas ihrer Linie treu.

Treibende Rhythmen, virtuose Soli, eingängige Refrains: Die Fans werden ihre Freude haben. Die Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas bleibt ihrer Linie treu auf dem brandneuen Album «Destructive Ways».

Gonoreas – Destructive Ways

Gonoreas – Destructive Ways

«Es ist ein Werk für alle, die Freude an der Musik haben – genau wie wir», sagt Gitarrist und Gründungsmitglied Damir Eskic gut gelaunt an diesem sonnigen Nachmittag. «Wir haben so viel geübt, haben ständig versucht, uns weiterzuentwickeln und zu verbessern», fährt er fort. «Heute bewegen wir uns auf einem hohen musikalischen Niveau.» Auch wenn es angebracht sei, mit Eigenlob zurückhaltend zu sein: «Wir beherrschen unser Handwerk. Mittlerweile wissen wir genau, was wir wollen und wovon wir reden», sagt Eskic, der selber als Gitarrenlehrer arbeitet.

Fünf Tage für zehn Stücke

Die Erfahrung – «das sind die positiven Auswirkungen unseres Alters» – sei ihnen entgegengekommen bei den Aufnahmen für die vierte CD. Eingespielt wurden die zehn Stücke in gerade mal fünf Tagen im Studio von V. O. Pulver in Gelterkinden. «Anders als in der Vergangenheit, konnten wir frischer und lockerer ans Werk gehen», sagt Eskic. Am Anfang seien noch nicht alle Ecken komplett geschliffen gewesen. «Einiges entstand spontan im Studio, nach dem Motto ‹Achtung, fertig, los!›. Wir haben uns sehr wohl gefühlt», blickt er zurück. Als Gitarrist habe er improvisieren können. Er liebe diese Herausforderung, diese Arbeitsweise, die sonst eher in den Sparten Jazz oder Blues gefragt sei. «Das ist aber nur möglich mit der nötigen Routine.»

Kommt Eskic auf den Produzenten und das Studio zu sprechen, gerät er ins Schwärmen. «Pulver ist ein toller Typ, der in ganz entspannter Atmosphäre auf die Wünsche der Band eingehen und deren Vorstellungen perfekt umsetzen kann.» Gelungen sei ein klanglich hervorragendes Album, eine hochstehende Produktion, die international problemlos mithalten könne. Kurz: «Qualitätsarbeit aus der Schweiz, ein Hammer-Werk», sagt der sympathische Gitarrist mit einem Augenzwinkern.

Offiziell lanciert worden ist «Destructive Ways» am Freitag. Die gut besuchte Plattentaufe fand im Oktober in Zürich statt. Die Reaktionen auf die Neuerscheinung seien bisher äusserst erfreulich ausgefallen, stellt Eskic fest. «Wir haben viel Lob und teilweise begeisterte Reaktionen erhalten.» Schon mit dem Vorgänger «The Mask Of Shame» gelang Gonoreas ein veritabler Coup. Die Singleauskopplung hielt sich drei Wochen auf Platz 1 in den Charts des Online-Händlers cede.ch.

Liegt wieder Platz 1 drin?

Mit dem neusten Wurf seien schon gewisse Erwartungen vorhanden, gibt Eskic zu. «Wir sind durch und durch Musiker, möchten selbstverständlich möglichst viele Exemplare unter die Leute bringen.» Er wisse aber, fügt er im gleichen Atemzug an, dass sich die Musikindustrie im Umbruch befindet, dass grundsätzlich immer weniger CDs verkauft werden.

Gonoreas – When Nobody Asked

Gonoreas – When Nobody Asked

Vom neuen Album Destructive Ways der Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas.

Den ganzen November wird sich die Band um die Promotion kümmern und etliche Termine wahrnehmen. Geplant ist auch ein weiterer Video-Clip. Ab Dezember stehen die Musiker dann wieder auf der Bühne. Ein erster Höhepunkt ist das Winter Rock Festival am 4. Dezember im Brugger Salzhaus, an dem Gonoreas zusammen mit befreundeten Gruppen auftreten. Im Gegensatz zu früher werde es die Band diesmal etwas gemächlicher angehen, sagt Eskic. «Bei der letzten Tour lief es zwar super und mit den Einnahmen konnten wir uns die CD-Aufnahmen finanzieren. Häufig waren wir allerdings an den Wochenenden auf Achse, was an die Substanz ging.»

Die Lust am Spielen, versichert Eskic, sei ihnen aber nicht vergangen. «Wir machen es noch immer richtig gerne.» In der 20-jährigen Bandgeschichte hätten sie über 600 Auftritte bestritten. Apropos: Wie hat es die Gruppe geschafft, so lange zusammenzubleiben? «Wir haben schlicht und einfach Spass am Musizieren», antwortet der Gitarrist. Bleibe man fleissig und hartnäckig, komme auch das Glück irgendeinmal, ist er überzeugt. «Ich hoffe, dass wir in diesem Stil weiterfahren und die Zeit geniessen können – mit guter Musik, guten Konzerten, umgeben von guten Leuten.»

Meistgesehen

Artboard 1