Satte Gitarren und eingängige Refrains, dazu schrille Kleider und eine üppige Haarpracht: Es war die Zeit von Bon Jovi, Mötley Crüe, Poison oder auch Guns n’ Roses. Jetzt erlebt diese Rock-Ära ein Revival. Harry Jetzer aus Lupfig organisiert das erste Swiss Glam Rock Fest. Fünf Schweizer Bands werden ihren Helden huldigen und für Partystimmung und Spass sorgen auf der Bühne.

Der Organisator will mit der Veranstaltung den Geist und die Energie der Achtzigerjahre zurückbringen. Denn die Musik habe unheimlich viele Leute geprägt und begeistere nach wie vor, was an aktuellen Bands wie Steel Panther zu sehen sei, stellt Jetzer fest. Es gebe heute zwar viele Rock- und Metal-Festivals, fügt er an, aber bis anhin – das sei ihm plötzlich wie «Schuppen aus den Haaren» gefallen – kein reiner für Glam Rock konzipierter Anlass in der Schweiz.

Jetzer ist selber Sänger bei der Band Smoke’n’Flame. Nach gelungenen Konzerten und beim Austausch mit anderen Musiker heisse es oft «Lass uns mal was zusammen machen», erklärt er. Doch meistens klappe es dann doch nicht. Mit dem Sänger und Gitarristen einer befreundeten Band sprach er einmal über eine Glam Rock Night – «unser beider Traum». Dieser Gedanke habe ihn in der Folge nicht mehr losgelassen.

Rund 500 Besucher haben Platz

Einen eigentlichen Headliner gibt es nicht am ersten Swiss Glam Rock Fest. Alle Gruppen sind gleichberechtigt und spielen gleich lange. Am Start sind neben Smoke’n’Flame auch: Van Arx, Haïrdrÿer, Rusted Guns und Dizzy Fox. Nur wenige Bands passen in den – absichtlich eng gesteckten – Rahmen dieses Festivals, führt Jetzer aus. Unter anderem, heisst es in den Auflagen, müssen neben einer einzigen Coverversion ausschliesslich Eigenkompositionen gespielt werden.

Er habe vorgängig jede Band live gesehen, betont der Organisator. «Wenn sie mich überzeugt hat, glaube ich, kann sie das auch viele andere Achtziger-Rock-Fans.»
Stattfinden wird das erste Swiss Glam Rock Fest diesen Samstag, 27. Oktober, im «Hall of Fame» im zürcherischen Wetzikon. Es handle sich um eine der coolsten Locations in der Schweiz, schwärmt Jetzer. «Wir haben dort schon einige Konzerte gespielt.» Die ganze Infrastruktur passe perfekt.

Der 43-jährige Organisator wünscht sich ein gemischtes Publikum: jüngere Fans, die Glam Rock neu entdeckt haben oder auch etwas ältere Semester, welche die Achtziger miterlebt haben – Rock-Fans also, die heute vielleicht eine Familie haben und nur noch selten Konzerte besuchen. «Mit unseren fünf Bands wird es ihnen ganz bestimmt gefallen», ist sich Jetzer sicher. Gemäss Bewilligung haben 650 Besucher Platz. «Wir werden wohl maximal 500 Zuschauer rein lassen», führt der Organisator aus. Er empfiehlt deshalb, die Tickets über die Facebook-Seite vorzubestellen.

Jetzer verspricht ein Festival mit einigen passenden Extras, an dem es vieles zu entdecken gibt. So kann man sich am Food Truck verköstigen und an verschiedenen Verkaufsständen sind CD’s und Accessoires wie Schmuck oder Lederjacken zu haben. Zum Abschluss des Abends werden die besten Outfits gekürt. «Die Besucher mit dem coolsten, authentischsten und stylishten Look werden ‹Glam Queen› und ‹Glam King of the Night› und erhalten einen Preis», sagt Jetzer. «Es soll eine kleine Zeitreise werden in die Achtziger.»

Die Spannung steigt

Die Vorbereitungen seien soweit möglich abgeschlossen und im Fahrplan, die Bands seien bereit. «Das beruhigt mich grundsätzlich», hält der Organisator fest. Die Vorfreude steige. Wirklich ganz entspannt werde er aber erst sein, wenn an der Kasse der Breakeven erreicht sei. Als Herausforderung bezeichnet er die PR-Arbeit. «Ich komme nicht aus dieser Branche und merke jetzt wie hart es ist, irgendwo eine Plattform zu bekommen, um die Glam-Fans zu erreichen.» Unterstützt wird Jetzer von einem kleinen Team, bestehend aus einem Webmaster, einem Grafiker sowie seiner Frau, die für das Catering verantwortlich zeichnet. Sie sei seine rechte Hand in der Organisation vor Ort – «und die Kontrollinstanz für mein oft sehr euphorisches Wesen».

Das Swiss Glam Rock Fest ist übrigens nicht profitorientiert. Reingewinne werden als Rückstellungen für weitere Events benutzt. Denn der Anlass, lautet das Ziel, soll eine feste Grösse in der Schweizer Kulturlandschaft werden und künftig regelmässig an verschiedenen Orten in der ganzen Schweiz stattfinden.